.MIT DEM GORILLAPOD AN DER CÔTE D´AZUR

// Kurz bevor es Anfang April auf einen relativ spontanen Urlaubstrip an die französische Côte d’Azur ging, überlegte ich mir, dass ich eigentlich keinen Bock darauf hätte, mein großes Manfrotto-Stativ in den Koffer zu stopfen und dann an den wenigen Tagen, die wir vor Ort sein würden, damit herumzulaufen. Aber ohne Stativ nun mal keine vernünftigen Nachtfotos und so entschied ich mich (ebenfalls relativ spontan) dafür mir ein sogenanntes „Gorillapod“ anzuschaffen der Marke „Joby“ anzuschaffen. Nach wenigen Minuten Internetrecherche wurde schnell klar, dass das Modell „Gorillapod Focus“ das richtige für mich, meine Nikon D810 und meine schweren Objektive sein würde. Ich entschied mich für ein Ebay-Angebot der Firma „Technikdirekt“ aus Würzburg. Nicht zwingend des Geldes wegen. Mehr aufgrund der Tatsache, dass die Firma der einzige Anbieter war, den ich fand, der das gute Stück innerhalb einer Woche liefern konnte. Es wechselten knapp 80 Euro den Besitzer. Ich entschied mich gegen den Kauf eines zusätzlichen Kugelkopfes. Schließlich habe ich einen passenden, den ich voraussichtlich eher nicht zeitgleich mit meinem Manfrotto-Carbon-Stativ benötigen werde.. Pünktlich, zwei Tage vor dem Abflug traf das Paket bei mir ein. Ich wunderte mich anfangs doch ziemlich über die kompakten Ausmaße und das „Fliegengewicht“ (640g). Aufgrund des kompakten Packmaßes entschied ich mich für die bevorstehende Reise gegen die Verwendung meines Kugelkopfes. So packte ich lediglich den Gorillapod mit in den Rucksack, welches so kaum Platz und Gewicht weg nahm.

Kaum gelandet, dauerte es nicht lange, bis der kleine Stativersatz seinen ersten Einsatzzweck fand:

Promenade des Anglais am Abend

Es sei erwähnt, dass dieses Foto nicht ganz einfach zu schießen war. Wie Ihr seht, ist unten links im Bild noch die Balkon-Brüstung zu sehen, welche leider nicht perfekt für den Gorillapod Focus war. So musste mit Hilfe eines Tisches und etwas Feingefühl (…was ich ja eigentlich nur selten habe…) ein bisschen experimentiert werden. Dieses sollte im Zusammenhang mit ein wenig Geduld kein Problem darstellen. Zum verhängnis wurde mir allerdings bereits jetzt die Tatsache, keinen Kugeldkopf auf das gute Stück geschraubt zu haben. Wenn das Gorillapod einmal steht, dann steht es auch recht fest und ist nur schwierig wieder neu zu justieren, wenn der erwähnte Kopf fehlt.

Am letzten Abend unseres Aufenthaltes, entschied ich mich dann dazu, dass schöne Wetter zu nutzen und den Sonnenuntergang samt anschließnender blauer Stunde einzufangen. Hier stellte sich der kleine Helfer dann wahrlich als geeigneter Stativersatz heraus:

Nice

Die Engelsbucht im Abendlicht

Engelsbucht von Nizza nach Sonnenuntergang

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Colline du Château

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Hafen von Nizza

Leuchttum von Nizza am Abend

Der kleine „Freund & Helfer“ machte als „Dreibein-Ersatz“ (z.B. auf einer Mauer) eine sehr gute Figur und hielt sowohl an unterschiedlichen Geländern bombenfest, so dass Belichtungszeiten von 30 Sekunden überhaupt kein Problem war. Dabei sei erwähnt, dass meine Nikon D810 dabei mit einem Batteriegriff und dem opulenten TamronSP 15-30mm F/2.8 Di VC USD ausgesgattet war. Hilfreich sind hier ürbigens Geländer mit eckigen Streben, da sich das Gorillapod da wunderbar dran „einhaken“ lässt.

Ich kann daher nur zu dem Fazit kommen, dass das erworbene Modell „Gorillapod Focus“ meine persönlichen Ansprüche und Erwartungen voll erfüllt. Auch wenn der Preis zunächst einmal nicht günstig wirkt, releativiert sich dieser wenn man ihn mit den Anschaffungskosten für anständige Stative vergleicht. Zum Abschluss sei erwähnt, dass dieser kleine Helfer zwar auch ohne weiteres Zubehör (wie einen kugelkopf) funktioniert, meine Erfahrungen mir aber gezeigt haben, dass es sinnvoller ist, nächstes Mal lieber einen drauf zu schrauben.

.HAMBURG MEINE PERLE

// Neben meiner Bielefelder Heimat hat sich Hamburg in den letzten Jahren zu meiner absoluten Lieblingsstadt gemausert. Die norddeutsche Metropole weiß einfach in fast allen Belangen zu überzeugen: Durch die Szene, die Musiker, die facettenreichen Stadtviertel, die moderne Architektur, die Vielseitigkeit, die norddeutsche Hamburger Mentalität und nicht zuletzt natürlich durch seine Hauptattraktionen, dem Hafen und der angrenzenden Speicherstadt. Einzig beim Thema Fußball liegen wir nicht so ganz auf einer Wellenlänge. Auch wenn mir keiner der beiden großen Vereine gänzlich unsympathisch ist, fehlt bei mir (im Gegensatz zu vielen anderen Bielefeldern) die Begeisterung für den großen und Arminia-befreundeten HSV wie auch die zum „Kultkommerzverein“ FC St. Pauli. Aber das ist ein anderes Thema und soll fortan keine Rolle mehr spielen.

Langer Rede – kurzer Sinn: Ich war schon zig mal in der schönen Hansestadt und fahre auch mindestens einmal im Jahr für ein Wochenende dort hoch, aber ich bin noch nie dazu gekommen die Highlights der Stadt bei Nacht professionell festzuhalten. Also stand dieses Vorhaben bereits seit langem ganz oben auf meiner „to do“-Liste. Oft kam etwas dazwischen oder es passte einfach nicht. Nun war endlich die Zeit gekommen, die das ändern sollte. Viel freie Zeit und ein pünktlich herbeieilender Winter ließen den Zeitraum „zwischen den Jahren“ als perfekt für mein Vorhaben erscheinen.

Auch wenn man schon oft dagewesen ist, die generellen Wetteraussichten seit einer Woche positiv klingen und es auch nicht sooo weit entfernt (ca. 250km) ist, kann es nie schaden, sich möglichst gut und genau vorzubereiten. Neben dem annähernd stündlichen Checken der Wettervorhersage und einer Hotelbuchung kam mir dabei die Internetseite www.hamburger-fotospots.de wie gerufen. Die Seite ist ein echter Top-Tipp und lässt jedes Fotografenherz höher schlagen. Selbst wenn man viele der dort aufgeführten Orte bereits kennt, sind die dort aufgeführten Informationen auf jeden Fall sehr nützlich. Ihr findet dort neben den (beinahe selbstverständlichen) Beispielfotos der einzelnen Locations auch Parkplatztipps zu jedem Spot, die genauen Koordinaten für das Smartphone via QR-Code, nützliche Tipps sowie die aktuellen Zeiten für den Sonnenauf- und Untergang. Einfach klasse! Großes Lob an dieser Stelle für dieses tolle Projekt und die immense Arbeit die dort hineingesteckt wird!

Gut vorbereitet am 29.12.2014 in Hamburg angekommen und im Hotel eingecheckt, blieb mir nicht mehr sooo viel Zeit wie geplant, bevor die Sonne gegen 16 Uhr untergehen sollte. Mein erster Hotspot sollte der Klassiker schlechthin sein. Die berühmten Landungsbrücken im Sonnenuntergang. Nach kurzer Parkplatzsuche stellte ich mein Gefährt schlussendlich kurzerhand verbotenerweise auf einem Anwohnerparkplatz ab. Dieses rief auch sofort einen Anwohner auf den Plan, der mir hinterherschrie. Dafür war allerdings keine Zeit. Die Sonne ging jeden Moment unter und da konnte ich natürlich auf derlei Befindlichkeiten keine Rücksicht nehmen. Pünktlich am Aussichtspunkt vor der Jugendherberge eingetroffen blieben ein paar ganz wenige Minuten, die gewünschten Fotos zu schießen, ehe es natürlich zurück zum Auto ging, um dieses umzuparken. Glücklicherweise stand ich schon wenig später am gleichen Fleck und konnte sogar noch bessere Aufnahmen als zuvor machen, da der Himmel ein grandioses Farbenspiel mit interessanten Wolkenformationen bot. Diese Stimmung galt es natürlich aufzusaugen und zu genießen. War das doch ein besonderer Moment, den ich mir in dieser Form bereits lange herbeigewünscht hatte.

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Fortan machte ich mich zunächst zu Fuß auf den Weg um die weiteren Hotspots meines „Plans“ abzuarbeiten. Die Tatsache, dass ich viele Wege in der Stadt bereits ziemlich gut kenne und die meisten Hotspots nicht neu für mich sind, half mir sehr bei meiner Tour. Mit Stativ und schwer gepacktem Fotorucksack bepackt ging es zunächst hinunter in den alten Elbtunnel, von wo aus es dann Richtung Speicherstadt und neues Hafenviertel ging. Das es hier quasi an jeder Ecke ein neues tolles Motiv gibt, weiß jeder, der schon mal in Hamburg war. Viele dieser Motive können aber eben vor allem bei Nacht begeistern. Das Chilehaus stellte die letzte Station meiner kleinen „Nachtwanderung“ dar. Für den Weg zur Alster und zum Rathaus gönnte ich mir eine Bahnfahrt. Am Rathaus angekommen musste ich schließlich feststellen, dass leichter Schneefall einsetzte. Inzwischen war es knapp 21 Uhr und für meine dortigen Fotos war das kein Problem.

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Dennoch sollte das Rathaus mein letztes wirkliches Motiv an diesem Abend werden. Zurück am Auto musste ich doch feststellen, dass der Schnee mittlerweile in sehr dicken Flocken vom Himmel kam und die Straßen bereits weiß wurden. Ein kurzer Abstecher zum „Dockland“ bestätigte diesen Eindruck. Ein letztes nächtliches Foto der Kräne musste zwar noch her aber dann sollte es das (leider) gewesen sein. Mein Plan sah durchaus noch ein paar weitere Stationen auf der Südseite der Elbe vor, die ich bequem mit dem Auto abfahren wollte. Das tat ich voller Ehrgeiz anfangs trotzdem, musste dann aber schnell einsehen, dass es aufgrund der Sichtverhältnisse bei dem dichten Schneefall aussichtlos war.

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Am nächsten Morgen überkam mich noch einmal der Gedanke „doch wenigstens noch mal schnell zu gucken“ und so fuhr ich noch einen Fotospot an, von wo aus man die Beladung der großen „Pötte“ wunderbar beobachten konnte. Die architektonisch wertvolle „Köhlbrandbrücke“ im Sonnenaufgang war dann noch ein toller Bonus, den ich gerne zum Schluss noch mit nahm.

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Unter dem Strich bleiben viele tolle Fotos, ein weiteres wunderbares Hamburg-Erlebnis und die Gewissheit auf jeden Fall noch mal zurück kommen zu müssen, um die fehlenden Motive nachzuholen.

 

Alle Fotos des Ausfluges findet Ihr hier in diesem Album!

.CHRISTMAS OVER BIELEFELD

// Es wurde mal Zeit die einst von mir 2005 erstellte Aufnahme „Bielefeld zur Weihnachtszeit“ zu erneuern. Mit neuer Technik und neuen Möglichkeiten. Nur etwas schade, dass man nicht mehr auf den alten Eck-Burgturm kommt, um das beste Panorama zu haben. Aber auch mit Baum auf dem Bild, lohnt sich ein Ausflug zur Sparrenburg Bielefeld doch immer wieder! Die Aufnahme von 2005 findet Ihr hier (leider sind die Exif-Daten nicht korrekt, es war wirklich 2005..). Bei der Gelegenheit sind gleich auch noch ein paar weitere „blaue Stunde“-Fotos entstanden, denn einen solchen schönen Wintertag, wie an diesem Freitag hatten in dieser Saison noch nicht. Das will schließlich genutzt werden.

 

.NACHTANSICHTEN

// Die Bielefelder „Nachtansichten“ und gleichzeitig „die lange Nacht der Museen“ schafft es immer wieder eine ganz besondere Stimmung in unsere Stadt zu zaubern. Auch ein recht rapider Temperatursturz in den vergangenen Tagen konnte die Bielefelder nicht davon abbringen an diesem Abend die Altstadt aufzusuchen, um sich vom Lichterspiel verzaubern zu lassen oder sich ein bisschen Kultur in einer der zahlreichen Ausstellungen und Veranstaltungen zur Gemüte zu führen- Natürlich waren auch zig Fotografen anwesend, welche ebenso wie ich diesen Abend genossen!

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