.UPGRADE AUF DEN PERFEKTEN BEGLEITER

// Vor gut einem Jahr packte ich morgens im Hotel in Antwerpen meinen großen Kamerarucksack mit der Nikon D810 und 3 Objektiven. Wir hatten vor, die Stadt zu Fuß zu erkunden und dabei auch den ein oder anderen Hotspot mitzunehmen und nach Fotomotiven Ausschau zu halten. Ein paar Motive fanden sich auch im Laufe des Tages, an dem wir schließlich über 20km zu Fuß unterwegs waren. Die wirklich guten und nachhaltig brauchbaren Aufnahmen konnte man aber an einer Hand abzählen. Die große und schwere DSLR samt Objektiven und Zubehör war im Endeffekt völlig „over the top“ und mit ihren Aufgaben unterfordert. Weiterhin „bedankte“ sich mein geschundener Rücken an dem Abend wegen des schweren Gepäcks.

An diesem Tag habe ich den Entschluss gefasst, in Zukunft auf derlei Strapazen zu verzichten und das große Equipment lieber im Hotel oder gar ganz zu Hause zu lassen. Die Alternativen in den folgenden Monaten hießen „Smartphone“ und „Fuji X20“.

Im Januar 2020 beschloss ich, die „Fuji X20“ gegen ihre große Schwester, der „Fuji X100F“ einzutauschen. Die Kamera versprach eine tolle Qualität in einem kompakten Body und den gleichzeitigen Fluch und Segen einer Festbrennweite. Natürlich wurde das Schätzchen nach Empfang ausführlich begutachtet und getestet. So habe ich sie in den ersten Wochen fast immer dabei gehabt, wenn ich das Haus verlassen habe. In der dicken Jacke der Wintermonate fand sich schließlich auch immer ein Platz für die kompakte und robuste Fuji. Meine ersten kleinen Fototouren fühlten sich toll an. Ähnlich wie mit dem Smartphone kann man sich mit der Kamera wieder gänzlich auf das Motiv konzentrieren und dabei die Technik und die unzähligen Möglichkeiten einer DSLR mit Wechselobjektiven gänzlich vergessen. Natürlich ist die Kamera mit einem Smartphone dennoch nicht zu vergleichen, denn mit ihrer großen offenen Blende (f2) und ihren unzähligen manuellen Einstellmöglichkeiten bietet sie deutlich mehr für den ambitionierten Fotografen. Ganz abgesehen davon ist der verbaute Sensor den kleinen Smartphone-Chips dann doch noch einen Sprung überlegen und die Bildqualität überzeugt nicht nur auf Instagram. Somit war ich direkt sehr glücklich mit dem auf und freute mich auf all die belanglosen Schnappschüsse und Impressionen, die ich mit meiner kleinen, neuen Freundin machen würde.

Die ersten Reisen des Jahres wurden geplant und gebucht und meine neue Kamera freute sich auf Hamburg, München, Madrid, Porto und weitere Ziele. Und dann kam Corona … Den Satz haben wir sicherlich alle schon zuhauf gehört und gelesen, aber im Endeffekt ist es ja so: Jeder hatte irgendwelche Pläne für das Jahr 2020, welche mit einem Mal nun dahin waren. Die kommenden Monate baten sich einerseits natürlich an für kreative Arbeiten im eigenen Umfeld, andererseits zerstörten sie (für mich) aber auch jedwede Kreativität. So fehlten einfach die Inspirationen, die Eindrücke und schlichtweg auch die vielfältigen Motive und Gelegenheiten für neue Aufnahmen oder anderweitige kreative Arbeiten. Glücklicherweise konnte nun wenigstens die Reise nach München und Bayern bei bestem Kaiserwetter nachgeholt werden. Mit dabei: Die Fuji X100F – natürlich – endlich! Auf so einem Städtetrip ertappt man sich schnell dabei, dass man in jede mögliche Touristenfalle gezogen wird und schlichtweg alles fotografiert, was einem vor die Nase fällt. Gerade, weil auch die Zeit fehlt, erst einmal auf Entdeckungsreise ohne Kamera zu gehen – wie ich es in längeren Urlauben bevorzuge. So habe auch ich, das ein oder andere sinnlose Foto von touristischen Hotspots und Denkmälern gemacht, welches ich mir vermutlich nicht mehr so häufig anschauen werde. Das ist auch ein bisschen der Nachteil, bei einer solch kompakten Kamera, welche immer in griffweite ist 😉 Dennoch gelingen natürlich auch immer ein paar gute und interessante Aufnahmen, die durchaus einen künstlerischen Anspruch genügen.

Ein paar meiner Aufnahmen, die in den letzten Monaten mit der Fujifilm X100F entstanden sind, präsentiere ich Euch gern hier in der Galerie. Für mich steht jedenfalls für den Moment erst einmal fest: Die große Ausrüstung bleibt zu Hause und die kleine Kompakte, die mit ihren Qualitäten und Einschränkungen neue Möglichkeiten und herausforderne Herangehensweisen bietet, kommt mit.

 

 

.ON THE STREETS IN BARCELONA

// Wenn ich in einer fremden Stadt bin und eine Kamera dabei habe, versuche ich immer möglichst einige Street-Aufnahmen zu machen. Bestenfalls sind sie charakteristisch für die Stadt, die Menschen und die dortige Lebensweise. Manchmal dokumentieren sie aber auch einfach nur das Leben in der Stadt. Bei meinem Ausflug nach Barcelona hatte ich meine kleine Fuji X20 immer bei mir, womit es problemos möglich ist einige Schüsse „aus der Hüfte heraus“ zu machen, um so möglichst authentische Fotos zu erhalten. Abseits der Aufnahmen von Touristenattrarktionen und einigen privaten Erinnungsfotos, die zu so einer Reise dazu gehören, sind diese Streetshots für mich ein wichtiges Ritual geworden, um authentische Erinnerungen an die Reise und die Stadt zu erhalten.

Weitere Fotos aus Barcelona findet Ihr übrigens hier!

.FUJI X20

// Der Gedanke sich doch endlich mal eine Zweitkamera zur Profi-DSLR anzuschaffen, spukte schon ein paar Jahre in meinem Kopf herum. Priortät hatte allerdings zunächst die Aufstockung meines DSLR-Equipments. Doch das war nicht der einzige Grund, warum es dann doch so lange gebraucht hat, bis ich die Anschaffung dann endlich einmal getätigt habe. Das „Problem“ was ein ambitionierter Fotograf hat, ist ja nun einmal die Tatsache, dass man sich selbst und seinen Bildern gegenüber immer anspruchsvoller wird. Insofern ist es also schwer die D800 aus der Hand zu legen, um sich auf etwas Neues – vermeintlich schlechteres – einzulassen. Und wenn wir mal ehrlich sind, bot der Markt lange Zeit auch nichts adäquates an. Das Vorgängermodell der „Fuji x20“ – die „Fuji x10“ sowie die große Schwester, die „Fuji x100“ waren da schon die ersten kleinen Meilensteine, welche vor ein paar Jahren auf den Markt kamen. Die kleine x10 schleppte aber noch einige „Kinderkrankheiten“ mit sich herum, weshalb ich mich schließlich nicht wirklich zum Kauf dieser interessanten Kamera entschließen konnte. Langer Rede – kurzer Sinn: Mittlerweile haben die Hersteller den Bedarf nach qualitativ hochwertigen Kompaktkameras mit großem Sensor erkannt, was zur Folge hat, dass immer mehr qualitativ hochwertige Modelle auf den Markt kommen – mittlerweile gar mit Vollformatsensor. Die in diesem Jahr erschienene „Fuji x20“ mit ihrem schicken Design und Ihrem passenden Kompromiss aus Preis und Qualität hat mich dann schließlich doch überzeugt tätig zu werden. Überzeugt haben mich letztendlich vor allem das Handling und die vielen manuellen Bedienmöglichkeiten der Kamera. Als ambitionierter DSLR-Fotograf, der seine Einstellungen weitestgehend manuell vornimmt, möchte ich mich dieser Möglichkeiten nicht berauben lassen. Die kriterien für den Kauf waren also eben diese Einstellmöglichkeiten, sowie die Ausstattung (Sucher, Zoomring) gepaart mit einer guten Bildqualität. Ohne nun einen (technischen) Testbericht hier verfassen zu wollen, kann ich nach ein paar Wochen Einsatz behaupten, die vorerst richtige Kamera für mich gefunden zu haben, die es mir erlaubt, das schwere Equipment auch mal zu Hause zu lassen. Aufgrund der Möglichkeit, wirklich alle relevanten Einstellungen direkt und ohne den Umweg über Menüs steuern zu können, gewöhnt man sich sehr schnell an das Handling der Kamera. Die Bildqualität kann sich wahrlich sehen lassen und der schnelle und sehr präzise Autofokus haben meine Erwartungen gar übertroffen. Ein bisschen enttäuscht hingegen bin ich einerseits vom Sucher, der 1. leider keine 100%ige Bildabdeckung liefert und 2. nicht ganz so schön groß und klar ist, wie ich es mir gewünscht hätte. Wer gerne kreativ mit der Schärfe spielt, darf darüber hinaus nicht unterschätzen, dass dieses mit der kleinen kompakten x20 nur bedingt möglich ist. Im Makro- und Nah-Bereich lassen sich hier wunderbar spannende Bildideen umsetzen. Bei portraits und ähnlichem hingegen hinkt hier allerdings jeder Vergleich zu einer Spiegelreflexkamera. Diesen Punkt finde ich ehrlich gesagt etwas schade, da ich hier in der Tat mehr erwartet hätte. Aber da sind wir wieder beim Thema Kompromiss: Wer mehr will, muss eben mehr zahlen oder mit anderen Kompromissen leben. Insofern ässt sich als Fazit festhalten, dass die x20 auf jeden Fall eine sinnvolle Anschaffung darstellt, die dem ambitionierten Fotografen eine sinnvolle Ergänzung zur DSLR bietet. Ob sie allerdings auch eine echte Alternative zur DSLR sein kann, ist für mich nur schwer zu beantworten. Hier kommt es sicher ganz auf die Ansprüche an! Wer mag, darf sich gerne, durch die folgende Galerie klicken, um sich selbst von der Qualität und den Möglichkeiten zu überzeugen, welche die „Fuji x20“ (auch durch ihre RAW-Möglichkeiten) bietet.

 

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