27. Juli 2013 admin

.SERENGETI FESTIVAL 2013 – TAG 3: SAMSTAG

// Am Samstag versprach das Line-Up schon im Vorfeld einiges: So sollten am Abend die Broilers die Bühnenbretter in ihrer ersten Headliner-Festivalshow betreten. Bevor ich meine Lieblingsband dann aber aus dem Graben heraus fotografieren durfte, gaben andere Kaliber ihr Stelldichein – und das war nicht von schlechten Eltern: Wir entschieden uns dafür, mit Skindred ein mögliches Highlight auszulassen und erst am Abend pünktlich zu Itchy Poopzkid anzureisen. Die Eislinger kennen viele vor allem von MTV. Hier gewannen Sie einen Band-Contest gegen die Band Madsen und moderierten fortan eine eigene Show auf dem Sender. Das ist mittlerweile allerdings schon 5 Jahre her. Heute sind sie mit ihrem fünften Album „Ports & Chords“ auf Tour und machten dabei auch Halt in der Senne. Die Punkrocker erinnern an üblichen amerikanischen „gute Laune Punk“ wie man ihn oft in amerikanischen Komödien findet, aber auch an die Donots aus dem Münsterland (mit ihnen haben sie ja immerhin auch schon zusammen getourt). Dazu gab es immer wieder Interaktionen mit dem Publikum, was unter dem Strich ein rundes Paket darstellte  und trotz praller Sonne in Bühnenrichtung zu bester Stimmung führte. Im Zelt stellten die Berliner Mega Mega mit ihrem Hipster Rap-Punk bereits den nächsten Act, bevor mit Danko Jones eine klasse Streetrock-Kappelle auf der Hauptbühne aufspielte und ordentlich ablieferte. Im Anschluss stand schließlich Daniel Wirtz als Act im Zelt auf dem Programm. Der ehemalige Frontmann der Band Sub7even kann mittlerweile eine stolze Fangemeinde vorweisen, die sich auch hier deutlich zu erkennen gab und seinem Konzert einen würdigen Rahmen gab. Beor die Headliner den Abend krönen konnten, folgte ein absolutes Highlight des Wochenendes: Irié Révoltes! Auch wenn ihre Texte meist französisch sind, stammen die neun Jungs aus dem Baden-Württembergischen Heidelberg. Mit Ihrer Mischung als Ska, Raggae, Punk, Dancehall und Hip Hop prägen sie einen eigenen Stil, den es in ähnlicher Form wohl nur selten gibt. Warum sie als „Live-Band“ gelten, bewiesen sie an diesem Samstag eindrucksvoll. Weder auf noch vor der Bühne war an Rumstehen und Kopfnicken zu denken. Stattdessen ging es an allen Fronten richtig zur Sache. Während mit T-Shirts gewedelt, gepogt und getanzt wurde, posaunten die sozial und gesellschaftlich engagierten Bandmitglieder Ihre teilweise politischen, kritischen und deutlichen Rhymes in den Senner Abendhimmel. Dass dabei kein Halten angesagt war, war klar. Insofern mussten die Düsseldorfer Punkrocker später am Abend dann einiges abliefern, um diese Show noch zu toppen. Bei dem Werdegang, den diese Band hinter sich hat, bestand daran aber überhaupt kein Zweifel. So ist es schon interessant mitzuerleben wie eine Band aus dem Skinhead-Milieu, die vor 10 Jahren noch keiner im Mainstream kannte, plötzlich eine der besten Livebands der Republik stellt. Daran, dass sie dazu fähig wären, bestand für mich als Fan  der (fast) ersten Stunde, eigentlich kein Zweifel. So war die Livepower der Band bereits bei meinem ersten Livekonzert dieser Band zu spüren. Das war Anno 2005 im Jugendzentrum „Regenbogen“ in Hameln. Damals versammelten sich vielleicht zwischen 50 und 100 Jugendliche, Punks, Skinheads und Sozialarbeiter in dem eigentlich nicht unbedingt für Livekonzerte gedachtem Jugendzentrum. Diese hatten aber genauso viel Spaß an diesem Aprilabend wie die Band selbst. Seit der Veröffentlichung des Albums „Vanitas“ im Jahre 2007 ging es steil bergauf mit der Band. Das einstige Hobby würde für die Bandmitglieder zur Berufung und sie waren alsbald im Mainstream angekommen. Ohne ihre Wurzeln zu vernachlässigen und auf irgendwelche Hypes aufzuspringen verfolgten sie konsequent ihren eigenen Stil, den sie bis heute prägen. Dass mittlerweile eben ein paar mehr Leute zu den Konzerten kommen als früher hat – wie immer – natürlich seine Licht und Schattenseiten. Nach den beiden ausverkauften Konzerten in der Düsseldorfer Philippshalle vergangenen Dezember, stellte dieser Abend nun also ein weiteres Highlight der Bandgeschichte dar: Die erste Broilers-Headlinershow auf einem Festival. Entsprechend motiviert ging ich meine Sache als Fotograf an und wurde mit tollen Motiven und Fotos belohnt, die die grandiose Stimmung dieses wunderbaren Tages vielleicht ein bisschen wiedergeben.

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