10. Januar 2016 admin

.NIKKOR 85 1.8G – EIN ECHTER GEWINN MIT EINEM UNSCHLAGBAREN PREIS- /LEISTUNGSVERHÄLTNIS

// Lange Zeit habe ich mich gegen die Anschaffung eines „85ers“ gewehrt. Da ich das Nikkor 70-200VRII mein eigen nennen kann, schien mir ein solch klassisches Portrait-Objektiv on top doch etwas unnütz zu sein. Und falls ich mir doch mal eins kaufen würde, sollte es dann schon ein Premium-Teil sein. Vielleicht mal ein Zeiss oder wenigstens ein Sigma-„Art“. Letzteres lässt bekanntlich immer noch auf sich warten..

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Seit dem ich nun ein eigenes Studio habe in dem ich häufig Portraits fotografiere, ist der Wunsch nach einem 85er dann doch größer geworden. So toll das oben erwähnte Telezoom auch ist – es ist verdammt unhandlich im Studio. Bei einem Workshop im vergangenen Herbst, hatte ein Teilnehmer dann das „Nikon AF Nikkor 85mm 1:1,8D“ dabei, welches ich auch kurz antesten konnte. Die Handlichkeit, die Bildqualität und das Handling in meinem Studio haben mir auf Anhieb so gut gefallen, dass die Entscheidung für ein 85er damit praktisch getroffen war. Da das ersehnte Sigma weiterhin wie bereits erwähnt auf sich warten lässt, die neuen (noch bezahlbaren) Zeiss-Objektive noch nicht lange am Markt und somit ordentlich getestet sind und das erwähnte Vorgängermodell dieses Schätzchens bereits gute Leistungen brachte, hatte ich mich schnell auf dieses Objektiv fokussiert. Ein kurzer Seitenblick zum Pendant mit 1.4er Blende sollte sich aufgrund der Beispielbilder im Netz und eines Preisvergleiches schnell erledigt haben. Ich wollte schließlich kein Objektiv um „des Haben-Willens“ kaufen.

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Schlussendlich fand ich dieses Schätzchen nach kurzer Suche relativ schnell auf dem Gebrauchtmarkt und schlug für gut 300 Euro zu. Ein Preis bei dem man nicht mehr viel falsch machen und gegebenenfalls auch einen späteren Wechsel zu einem Sigma-Art Pendant (vor sich selbst) rechtfertigen kann. Leider erreichte mich das Objektiv dann zu einem strategisch eher unglücklichen Zeitpunkt Anfang Dezember. Eine Zeit wo die Tage kurz und die Wochenenden vollgepackt sind. Größere Tests bei Tageslicht also erst einmal nicht in Sicht.. Die erste Bewährungsprobe für diese Linse sollte schließlich einmal mehr ein Konzert darstellen bei dem ich das Zoom einfach mal zu Hause ließ und das 85er einpackte. Und das sollte sich auch gelohnt haben! Die Möglichkeit, die Blende auf 1.8 zu öffnen und dabei immer noch knackscharfe Bilder zu bekommen ist bei einem Clubkonzert mit eher mäßiger Beleuchtung nicht zu verachten und konnte sich an dem Abend bereits nach kurzer Zeit als sehr nützlich erweisen. Als ich mir die Bilder dann zu Hause in Lightroom ansah, war ich vom ersten Moment an absolut beeindruckt von der Schärfeleistung dieses Objektives. Das übliche Nachschärfen konnte so dezent abgehandelt werden, dass es beinah gar nicht nötig gewesen wäre. Ebenso konnte der Autofokus überzeugen, welcher auf den Punkt passt. Durch die offene Blende konnten zudem die ISO-Werte sehr gering gehalten werden, was der Qualität der Aufnahmen logischerweise zuträglich war.

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Die nächste Bewährungsprobe sollten dann natürlich ein paar Portraits im Studio sein. In zwei Shootings tobte ich mich also ausschließlich mit diesem neuen Glas aus und war auch hier vom ersten Moment ausschließlich begeistert. Die Ergebnisse waren schon auf dem Kameradisplay einwandfrei und ich musste bei der Nachbearbeitung regelrecht aufpassen, dass ich die Fotos nicht überschärfte.

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In den oben genannten Bereichen (und sehr wahrscheinlich auch für die Hochzeitsfotografie) ist das Objektiv für mich, meine Bedürfnisse und meine Ausrüstung (Kameras übrigens: D800 und D810) ein echter Gewinn und eine mehr als sinnvolle Ergänzung. Tatsächlich frage ich mich nun, warum ich mir das nicht schon früher angeschafft habe. Ob es überhaupt noch zu dem geplanten Umstieg auf ein anderes Objektiv kommt, kann ich derzeit noch gar nicht abschätzen. Da das Nikon mich in dem Monat in dem ich es besitze bislang ausschließlich begeistert hat, schließe ich nicht aus, dass das auch nachhaltig so bleiben wird.

 

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