.PHOTOKINA 2016

// Nach der Photokina 2014 war ich eigentlich ziemlich resigniert. Hat mir die Messe vor zwei Jahren doch nicht wirklich gefallen. Warum? Ich habe damals nichts Neues gesehen oder erlebt, was ich nicht vorher auch schon kannte. Die Messestände der großen Hersteller waren annähernd identisch zum Jahr 2012 und obendrein gingen mir die vielen speichelnden „Rudelshootings“ gehörig auf die Nerven, die sich immer dann bildeten, sofern irgendwo ein halbnacktes Mädel als Model auftauchte. Daher wollte ich dieses Jahr eigentlich auch gar nicht wieder hinfahren. Plötzlich flatterten dann aber ein paar gratis Gutscheine ins Haus und Zeit sowie Mitfahrer waren auch schnell gefunden. Also ging es am zweiten Messetag (Mittwoch) auf den recht überschaubaren Weg ins knapp 200km entfernte Köln.

Um es vorweg zu nehmen: Ich freue mich, dass ich dann doch hingefahren bin! Positiv überrascht war ich einerseits von den vielen, tollen neuen Messeständen der großen Hersteller und andererseits auch von den Produkten. So gab es dieses Mal doch einiges zu entdecken: Wie in den Medien ja schon ausschweifend berichtet, war auf der diesjährigen Photokina das Thema Nr. 1: „360 Grad Videos“ und deren dazugehörige Kameras. Nikon setzte sein Modell gekonnt in Szene, so dass man es mithilfe einer VR-Brille direkt erleben konnte. Ich muss zugeben, dass ich seit dieser Erfahrung geil auf diese Technik bin und schon große Lust darauf hätte, selbst damit herumzuexperimentieren. Allerdings hat mich die Qualität aber auch nicht überzeugen können. Zumindest die Qualität. die ich durch die VR-Brille gesehen habe, lässt (noch) arg zu wünschen übrig. Mir ist dabei im Moment nicht ganz klar, ob es hier an der Brille oder an der Kamera liegt. Generell ist aber klar, dass die 360°-Kameras jetzt erst auf dem Qualitätsstandard der Smartphones von vor fünf Jahren sind. Insofern steht die Technik also noch ziemlich am Anfang und es ist wohl etwas Geduld gefragt, bevor man dafür viel Geld ausgibt.

Der wichtigste Besuch des Tages sollte allerdings der des Sigma-Standes sein: Zur diesjährigen Photokina ist nun dann doch tatsächlich das 85mm ART von diesem Hersteller vorgestellt worden. Die Präsentation vor Ort war allerdings recht ernüchternd. Abgesehen davon, dass das Standpersonal recht unfreundlich war, durfte ich die Linse nicht an meinem eigenen Body testen und konnte mir daher leider auch keine Testbilder mit nach Hause nehmen. Ich schätze, dass das Objektiv einfach nicht für fremde Bodies ausgelegt war und man daher auch vermeiden wollte, zu viele schlechte Testbilder herauszugeben. Das, was ich auf dem ersten Blick auf dieser Demo-Linse gesehen habe, war allerdings sehr vielversprechend. Im November soll es mit einer UVP von 1.299,- Euro in den Handel kommen. Anfang des kommenden Jahres dürfte der Straßenpreis dann erträglich genug sein, um zuzuschlagen! Ich freue mich schon drauf!

Ebenfalls freue ich mich aber auch auf mein neues Spielzeug: AF-S NIKKOR 200–500 mm 1:5,6E ED VR
Dieses Zoom-Schätzchen konnte ich auf der Photokina dann einmal kurz in Augenschein nehmen und war ob der Qualität und Schärfe bei den miesen Bedingungen absolut beeindruckt. Mein Bauchgefühl zu diesem Objektiv wurde also bestätigt. So habe ich mich dann nun final gegen die Pendants von Sigma und Tamron entschieden und nun gestern das „Original“ bestellt. Dazu werdet Ihr an dieser Stelle ganz bestimmt demnächst mehr lesen. Jetzt beende ich diesen Bericht mit ein paar optischen Eindrücken von der Messe:

photokina_20160921-051

photokina_20160921-049

photokina_20160921-047

photokina_20160921-046

photokina_20160921-045

photokina_20160921-041

photokina_20160921-033

photokina_20160921-027

photokina_20160921-025

photokina_20160921-024

photokina_20160921-022

photokina_20160921-021

photokina_20160921-020

photokina_20160921-019

photokina_20160921-017

photokina_20160921-011

photokina_20160921-008

photokina_20160921-007

photokina_20160921-006

photokina_20160921-004

photokina_20160921-003

photokina_20160921-002

 

.111 JAHRE ARMINIA OPEN AIR FESTIVAL

// 111 Jahre ist unsere heilige Arminia in diesem Jahr geworden. Grund genug, den neuen Almrasen mal ordentlich zu quälen und ein Open Air Festival im Stadion zu veranstalten. Als Termin war schnell der 4.6. gefunden. Warum ausgerechnet der 4.6. fragten sich viele. Besonders diejenigen, die an diesem Tag den berühmten Bielefelder „Carnival der Kulturen“ ausrichten oder (ganz einfach nur) feiern wollten. Nun, informierte Fussball-Nerds kannten die Antwort selbstverständlich. Schließlich sollte der 4.6.2016 der einzige fussballfreie Samstag vor der Sommerpause sein.  Die beiden Wochenenden davor waren mit den Finalspielen um den DFB-Pokal und die Champions League Trophäe bereits hochkarätig besetzt und am 11. Juni rollt dann schon wieder der Ball bei der Fußball Europameisterschaft in Frankreich. So war es zwar ein bisschen ärgerlich, dass diese beiden Veranstaltungen am selben Datum stattfinden sollten, aber nun einmal nicht zu ändern. In Bielefeld brodelte es zeitweise ein wenig aufgrund dieser Thematik, alle Außenstehenden dürften davon natürlich nichts mitbekommen haben.

Ein Glücksgriff sollte allerdings die Wahl des Veranstalters sein. Die erfahrene Kombo der Vibra Agency, welche in den vergangenen 10 Jahren das tolle Sernegeti Festival organisiert hat, stellte sich der Arminia zur Seite und zauberte ein tolles und vieilfältiges Programm aus dem Hut. Mit „The Boss Hoss“, „Die Fantastischen Vier“, „Wirtz“, „Jamie-Lee“, „Shantallica“ und „Randale“ deckte man wohl die meisten Geschmäcker ab und kombinierte erfahrene Rampensäue mit aktuell angesagten Künstlern und lokalen Acts. Zugegebenermaßen war die Auswahl der großen Acts (wahrscheinlich bewusst) sehr mainstream-lastig und die Eintrittspreise mit 59 bis 69 Euro schon auf einem sehr hohen Niveau. Ich will mir nicht anmaßen dieses zu kritisieren, zumal ich nicht tief genug in der Materie stecke, um einen Überblick über Kosten und Aufwand zu haben, aber es war natürlich klar, dass das jüngere Publikum damit eher nicht angelockt werden würde. Viele (auch ich) hätten sich den Lokalpatrioten „Casper“ als Hauptact gewünscht, welcher allerdings wohl leider nicht verfügbar war.

Unter dem Strich gehören „Die Fantastischen Vier“ aber ganz sicher zu den wichtigsten, erfolgreichsten und größten Bands, die unser Land zu bieten hat und gepaart mit den anderen Acts sollten diese schon den ein oder anderen auf die Alm locken. Rund 12.000 Besucher sollen es schließlich gewesen sein, die am vergangenen Samstag den Weg in den Bielefelder Westen fanden und bei bestem Open Air Wetter einen tollen Tag erleben durften. Unter Ihnen Fans der Fantas, „Wirtz“-Supporter, „The Boss Hoss“-Anhänger, jüngere Bewunderer von ESC-Teilnehmerin „Jamie-Lee“, Freunde und Verwandte von „Shantallica“ und viele Arminen, Gönner, Sponsoren und Freunde des Sportclubs der Ostwestfalen, welche wohl sowieso bei so ziemlich jedem Programm gekommen wären.

Ich selbst verpasste aufgrund eines vorher stattfindenden Fotowalks leider die Kinderrockband „Randale“ und kam erst mitten im Set von „The Boss Hoss“ im Stadion an, welche hier bereits zu früher Stunde – um 17.15 Uhr – auf der Bühne standen. Warum so früh? Ganz einfach: Die Berliner hatten noch einen zweiten Termin an diesem Tag: Es sollte noch weitergehen zu Rock am Ring, wo sie schließlich um 2 Uhr in der Nacht den Schlusspunkt dieses – in diesem Jahr gänzlich missglückten – Festivals setzten. So blieben mir nur ein paar Fotos mit dem Teleobjektiv:

26871603123_f9d51335ff_o

27444892396_61d397781f_o

27478957365_dd2ba16efc_o

Letztendlich habe ich nicht viel von „The Boss Hoss“ mitbekommen und muss auch zugeben, dass diese nicht zwangsläufig meinen Geschmack treffen, aber das was ich gesehen habe, sah nach einer astreinen Show aus, die keine Wünsche offen lässt. Insofern war es vielleicht etwas schade, dass die bereits so früh auf dem Timetable standen. Andererseits aber auch nicht ganz ungeschickt vom Veranstalter, der so natürlich schon sehr früh die Massen auf die Alm bewegen konnte. Anschließend musste ich erst einmal aus der prallen Sonne in den Schatten flüchten, um dann den lokalen „Shantallica“-Chor vom Graben aus zu fotografieren und zu begutachten. Wahrlich ein tolles Projekt, was die befreundeten Mitglieder hier aus dem Boden gestampft haben. Das Arminia-Lied hat bereits den ein oder anderen Ohrwurm bei mir erzeugt. Auch sonst wissen die Jungs mit ihrer Selbstironie und passenden Showeinlagen absolut zu unterhalten. Dass das Ganze Projekt auch noch viele soziale Projekte fördert macht es nur noch besser. Chapeau und Weiter so! Übrigens: Ich würde mir persönlich sehr wünschen, dass der Arminia Song „für uns gibt es nur einen Club“ dieses fürchterliche phrasenüberschüttete „wir sind die besten Fans der Welt“ Plastik-Gedudel als Hymne ersetzt…

26870059324_1794208a86_o

26870069434_e54780c516_o

27478986925_28793e8cec_o

An die 15-minütige Performance von „Shantallica“ war fast nahtlos der Auftritt von ESC-Teilnehmerin „Jamie-Lee“ verknüpft. Das junge Mädel, welches uns erst kürzlich in Stockholm vertreten hat und dabei völlig unter Wert auf dem letzten Platz landete, hatte leider nicht ihren Zauberwald samt Manga-Look dabei. Stattdessen wählte sie heute einen Schlabber-Look, der eher dem Hip-Hop zugeschrieben wird als ihrem Stil. Alles in allem war das Bühnenbild daher sehr schlicht, überzeugte aufgrund der tollen Farben und der Einfachheit mein fotografisches Auge aber dennoch:

27479025465_31c2d65c94_o

27202408790_68c8222344_o

27380023102_5260d03c64_o

27202405890_15eafe125c_o

Daniel Wirtz sollte schließlich dafür sorgen, dass auch die Freunde der Gitarre auf ihre Kosten kamen. Der ehemalige „Sub7even“ Frontmann, welcher vor 3 Jahren noch auf dem „Serengeti Festival“ Nachmittags im Zelt spielte, ist inzwischen ein bekannter Fernsehstar. So dürften ihn wohl die meisten inzwischen aus der Show „“Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“ mit Xavier Naidoo kennen.

27380104792_60ea74c337_o

27202486330_2432b3bdd8_o

27202436020_127299bf4b_o

27445093846_61abf07ebe_o

27445098626_ec0535f05c_o

Bevor es dunkel begrüßten die Besucher dann den Headliner: Die Fantastischen Vier. Die Stuttgarter stürmten nach einer halbstündigen Umbaupause mit einem fulminanten Bühnenbild auf die riesige Bühne und begrüßten das Bielefelder Publikum mit einem Intro und dem Song „Danke“. Wir Fotografen mussten zunächst draußen bleiben und durften nicht wie üblich zu den ersten drei Songs in den Graben. Seitens des Ordnungsdienstes hieß es stattdessen „nach dem 5. Song“. In der Realität wurden wir dann plötzlich bereits nach dem dritten (?) Song hineingerufen. Etwas unvorbereitet mussten also die durchaus anspruchsvoll zu fotografierenden Hip-Hopper auf den Sensor gebannt werden. Anspruchsvoll darum, weil sich die drei Frontleute Smudo, Michi Beck und Thomas D pausenlos bewegten und über die Bühne flitzten. Die drei zusammen zu fotografieren, war daher nicht so easy. Mal abgesehen davon, dass And.Ypsilon sich sowieso als DJ ausschließlich im Hintergrund aufhielt. Dennoch war es nicht nur für die Besucher sondern vor allem auch für uns Fotografen toll, wie sich die Fantas über die Bühne bewegten, performten, posten und ständig neue Motive boten. Es durfte folglich aus allen Rohren „geschossen“ werden.

27479147565_2be1110d6c_o

27479233515_f50bd5f8f8_o

27479135355_dd12ecd2ea_o

27445184526_369d5b6d15_o

27445147836_7ce4d8952e_o

27445141216_5030737140_o

27407569041_bb18888d65_o

27407540551_4c4cd2488d_o

27407465231_8f931d836a_o

27407429771_428dd3f9d7_o

27380293392_5eaa68e809_o

27202562790_8b1eb39fcd_o

26871895183_c64f67e8aa_o

26870305234_15e772a0e3_o

26870295744_be0d0a2a63_o

Nach gut 1,5-stündiger Show und den üblichen Zugaben verließen die Fantas die Bühne nicht ohne sich noch einmal aus fussballerischer Sicht ein bisschen unbeliebt zu machen und über den „Deal“ mit dem Arminia-Präsidenten zu berichten, dass der VfB in der nächsten Saison hier in Bielefeld gewinnen dürfte… alles klar … unsere „Blauen“ werden das hoffentlich zu verhinden wissen. Zum Abschluss gab es noch ein Feuerwerk und Konfetti-Kanonen in Form von übermenschlichem Lametta zu der bereits weiter oben erwähnten Arminia-Plastik-Hymne.

Eine runde Sache!

Hier geht es zur Galerie mit allen Bildern vom Festival: Klick!

 

26870393874_504f8d32ff_o

Style & Shoot am 09.01.2016

// Im Januar wird ein tolles Event bei mir im Studio stattfinden! Am 09.01.2016 könnt Ihr Euch für nur pauschal 80 Euro von Magdalena, alias Das kleine Beauty – Atelier​ stylen und frisieren und anschließend von mir vor Eurem Lieblings-Hintergrund fotografieren lassen.

Alle Fotos werden von mir bearbeitet und ihr bekommt alle Fotos per Dropbox bereitgestellt. Papierausdrucke und CD’s sind gegen Aufpreis auf Wunsch natürlich auch möglich.

Das ist das perfekte Weihnachtsgeschenk! Passend bekommt Ihr auf Wunsch einen Gutschein gratis zugeschickt!

Hier geht es zur Anmeldung:

[contact-form-7 404 "Not Found"]

Ihr bekommt nach erfolgter Anmeldung eine Rechnung zugeschickt. Das Event beginnt um 10 Uhr. Die Plätze werden stundenweise nach Reihenfolge der Anmeldung vergeben. Einen Termin bekommt Ihr daher mit dem Erhalt der Rechnung zugeteilt. Die Gutschein-Aktion gilt bei Zahlungseingang bis zum 13.12. Die Anmeldung ist verbindlich. Eine Rückerstattung der Kosten kann nach erfolgter verbindlicher Anmeldung nicht erfolgen.

style&shoot_Ansicht
style&shoot_Ansicht2

.WESTERNHAGEN LIVE // HALLE/WESTFALEN // 11.10.2015

// Es ist vermessen und ja, sogar ein wenig naiv, den Künstler MARIUS MÜLLER WESTERNHAGEN auf seine bekannten Partyhits „sexy“, „willenlos“ und co. zu reduzieren, die auf jeder Hochzeit gespielt werden. Der 66-jährige ist seit jeher ein Künstler mit Anspruch und will diesen auch auf seinen Live-Konzerten darstellen. Ob das so neu ist? Ich denke nicht. Genau das könnte man aber meinen, wenn man sich die Konzert-Rezensionen der Gazetten in diesen Tagen durchliest. Auch wenn ich vorher noch nicht in den Genuß eines WESTERNHAGEN-Live-Konzertes gekommen bin, habe ich ihn immer als jemanden wahrgenommen, der mehr verkörpert als die mitgröhl-kompatiblen Partysongs. Genau das habe ich auch an diesem Abend im Haller Gerry Weber Stadion empfunden…
Bevor ich an dieser Stelle aber zuviel vorweg nehme, möchte ich lieber von vorne anfangen: Der Weg zum Stadion erfordert Geduld, wenn man (wie ich) über die berüchtigte B68 per Auto anreist. Geduld ist zugegebenermaßen nicht unbedingt meine Stärke… Aber was nützt das Meckern? Bekanntlich nicht viel. Statt über die Infrastruktur zu schimpfen, sollte man wohl lieber dem guten Herrn Weber dankbar sein, dass er einst einen solchen Tempel hier in der „Pampa“ errichtet hat. Das Stadion ist in der deutschen Tennis-Historie längst eine Legende. Aber seit der Fertigstellung 1993 fanden und finden hier auch etliche weitere Events statt. So waren hier nicht nur sämtliche Sportarten bereits zu Gast, sondern auch eine Vielzahl an nationalen und internationalen Künstlern. Ich persönlich kenne das Stadion bereits durch einige Besuche, war aber bis dato auch noch nie zu einem Konzert hier. Und da habe ich doch glatt eine Gemeinsamkeit mit dem heutigen Stargast WESTERNHAGEN.

20151011_Westernhagen_Halle-175

Schlussendlich sollte ich just in time zum Auftritt von Support BenjRose eingetroffen und passend ausgerüstet sein, um diesen zu fotografieren. Der junge Kölner kommt optisch daher wie ein Reggae-Musiker, legt aber eine Rock-Nummer auf die Mini-Bühne vor dem großen Vorhang, die ihm und seiner Band hier zugestanden werden.

20151011_Westernhagen_Halle-18

Mit etwas Verzögerung fällt dann schließlich der große Vorhang um 19.45 Uhr und WESTERNHAGEN steht auf der gigantischen Bühne, die sich dahinter verbarg. Mit großem schwarzem Umhang und schwarzer Hose mit pompösen Nieten trumpft er bereits optisch auf. Der Titeltrack seines aktuellen Albums „Alphatier“ ist sogleich der Opener des Abends bevor es mit zwei altbekannten Hits („Fertig“ und „mit Pfefferminz bin ich Dein Prinz“) weiter geht. Die Bühnenchoreographie sieht vor, dass der Star einige Meter vor seiner Band und seinen Background-Muiskern steht, um seine Songs zu performen. Das wirkt bereits nach kurzer Zeit etwas befremdlich, da er selbst immer wieder die Bindung zu seinen Kollegen sucht und sich im hinteren Teil der Bühne aufhält. Sein Alter merkt man ihm indes nur äußerlich an wenn man ganz genau hinschaut – nicht aber in seiner Performance. Diese kommt kraftvoll und ein bisschen verrückt daher. Und genau da wären wir wieder an dem Punkt, dass MARIUS MÜLLER WESTERNHAGEN eben ein echter Künstler ist, der Klischees bedient und selbst bestätigt. Sein z.T. recht „irrer“ Blick und seine ständig herausgestrecke Zunge (eine Art Markenzeichen) untersreichen dieses immer wieder. Die Show drum herum kann sich sehen lassen: Auf einer gigantischen Leinwand laufen Videos, Bildergalerien, Grafiken und Texte. Eine darauf abgestimmte Lightshow sorgt – je nach Bedarf – für die passende Stimmung. Man kann also sagen, dass man es ordentlich krachen lassen hat nach der längeren Live-Abstinenz in größeren Locations. Die 6.600 Zuschauer im nicht ganz ausverkauften Stadion werden nur langsam warm (obwohl es aufgrund der Heizstrahler an den Decken dort bereits unfassbar heiß ist) und gehen beim alten Klassiker „mit 18“ gar erst richtig aus sich raus und erheben sich von ihren Sitzplätzen. Überhaupt ist dem Abend ein bisschen die „angezogene Handbremse“ anzumerken. Nicht nur der Künstler, sondern auch sein Publikum hat die wilde Jugend größtenteils schon hinter sich gelassen. So machen die Hits alter Zeiten wie „Taximann“, „willenlos“, „schweigen ist feige“, „sexy“ und „lass uns leben“ zwar durchaus Spaß, wirken mitunter aber auch etwas befremdlich, wenn Mitfünzigerrinnen sitzend und klatschend die Textzeile „..ich hab den größten Schwanz..!“ mitsingen. Die neueren Songs hingegen gehen gefühlt fast unter und wirkten oftmals wie eine Randerscheinung im Hintergrund. Irgendwann – mittendrin – kommt dann  „lichterloh“.  In dem Song aus dem Album „in den Wahnsinn“ von 2002 geht es um Krieg, Gewalt, Revolution und Unterdrückung. Im Hintergrund laufen die viel zitierten gewalttätigen Bilder. Das kann man durchaus kritisieren, wenn man einen anspruchslosen „Popocorn-Abend“ erleben will, der lediglich zur Unterhaltung gedacht ist. Wer zu WESTERNHAGEN geht, sollte aber eigentlich wissen, dass es ihm auch um etwas Anderes geht. Ich persönlich denke hier genau wie Kevin Spacey bereits 1995 im Film „Sieben“ sagte: „Wenn die Leute einem zuhören sollen, reicht es nicht, ihnen einfach auf die Schulter zu tippen. Man muß sie mit einem Vorschlaghammer treffen. Erst dann können Sie sich ihrer Aufmerksamkeit gewiß sein.“ Und daher: Chapeau Marius!

20151011_Westernhagen_Halle-187

20151011_Westernhagen_Halle-195

20151011_Westernhagen_Halle-201

Nicht umsonst bekam WESTERNHAGEN schließlich 2001 das Bundesverdienstkreuz für sein gesellschaftspolitisches Engagement. Das wurde auch deutlich als er einen Song den ehrenamtlichen Helfern der Flüchtlingskrise widmete. Ein Verein wurde gar von ihm zu dem Konzert eingeladen und durfte nach Schluss noch Spenden an den Ausgängen sammeln.
Höhepunkt und zugleich Schlusspunkt des eigentlichen Sets sollte „sexy“ sein, der dann dahezu das gesamten Stadion aufstehen ließ. Das anschließend initierte „oh wie ist das schön“ lässt darauf schließen, dass der Abend den Besuchern wohl durchaus gefallen hat und nur die wenigsten nachhaltig vestört in die Nacht entlassen werden.

20151011_Westernhagen_Halle-388

Mein persönliches Fazit: WESTERNHAGEN ist einer der ganz wenigen deutschen „Überstars“ mit Weltruhm und dem dazugehörigen verkörperten Flair! Das versteht er auch im Jahr 2015 noch auf die Bühne zu bringen. Der Mann kann eben auch verdammt gut singen und ist ein positiv Verrückter wie er im Buche steht. Das zu erleben war schon beeindruckend. Insgesamt aber bleibt das Gefühl von aufgewärmtem Essen. Die neuen Songs kommen bei mir selbst nicht wirklich an und die alten sind einfach nicht mehr so intensiv wie sie einmal waren. Leider war es (auch generationsbedingt) für mich nicht möglich eine seiner berühmten Stadientouren live zu erleben und so fehlt mir der direkte Vergleich. Nun ist es vielleicht wirklich besser nach dieser Tour endgültig mit den Live-Shows abzuschließen und die schöne Zeit zu würdigen, die er seinem Publikum in den vergangenen 40 (!) Jahren beschert hat. Den nachhaltigsten Eindruck hat er mit dieser Show wohl vor allem in den Medien hinterlassen, die seine Leinwand-Weckrufe diskutieren und vielleicht damit genau das machen, was er ursprünglich erreichen wollte.
Setlist
1. Alphatier
2. Fertig
3. Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz
4. Liebe
5. Oh, Herr
6. Taximann
7. Willenlos
8. Ich bin besessen
9. Clown
10. Engel, ich weiss…
11. Mit 18
12. Lichterloh
13. Schweigen ist feige
14. Was ich will bist du
15. Lass‘ uns leben
16. SexyZugaben:
17. Halt mich noch einmal
18. Es geht mir gut
19. Wieder hier
20. Wir haben die Schnauze voll
21. Johnny W.
 

Hier geht es zur Bildergalerie!

 

 

 

.THE FINAL ROAR

// Tja, da ist es nun vorbei unser schönes ostwestfälisches Festival. Für immer. 10 Jahre lang war das Serengeti Festival der gelebte Traum, ein großes Musikevent in die ostwestfälische Provinz zu holen. Ein bisschen „Rock am Ring“- und ein ganz bisschen „Woodstock“-Feeling sollte es von 2006 an auch in Schloß Holte-Stukenbrock geben. Zugegeben: Anfangs war alles noch ein paar Nummern kleiner. Gelände und Line-Up konnten sich noch nicht mit den großen Festivals anderer Standorte messen. Dennoch gelang es dem Veranstalter Vibra Agency stets von Beginn an für Überraschungen zu sorgen und bekannte Musikgrößen zu engagieren. Beim allerersten Serengeti Festival immerhin H-Blockx, Tita & Tarantula und Dog eat Dog an einem Tag. Im Jahr darauf gar The Boss Hoss und Juli, die zur damaligen Zeit gerade große Nummern in Deutschland waren. Mit dem Line-Up des zweiten Serengeti Festivals wäre auch der Mythos widerlegt, dass es anfangs immer rockig war und erst viel später das poppige, „mainstreamige“ dazugekommen sei.

2011 dann zog das einstmals kleine Festival um an den Safari-Park, womit der Name noch ein Stück authentischer wurde. Es ging bei dem Umzug aber wohl nicht ausschließlich um die Atmosphäre, sondern vor allem um die Größe des Festivalgeländes. Die Veranstaltung wurde schließlich immer größer und die Besucher schrien nach einem Campingplatz. Damit wurden gleichzeitig auch die fettesten Jahre der Festivalgeschichte eingeläutet. 2012 fand das Serengeti Festival zum ersten Mal über einen Zeitraum von 3 Tagen statt. Headliner waren Kraftklub, Deichkind und Maxïmo Park. Zugegebenermaßen besuchte ich selbst das Festival in diesem Jahr auch zum ersten Mal. Dann aber auch direkt an allen drei Tagen!

Ohne groß zu überlegen, würde ich behaupten, dass das Festival im Jahr drauf seinen absoluten Höhepunkt erreichen sollte. Durch den mittlerweile entstandenen Festivalhype war auch OWL plötzlich „in“ und es kamen Musikgrößen wie SEEED ins beschauliche Schloß Holte-Stukenbrock. Zudem meinte es der Wettergott an diesem Wochenende gut mit den Besuchern. Samstag und vor allem Sonntag herrschte strahlender Sonnenschein so dass ein unbeschreibliches „lauer Sommerabend“-Feeling aufkam. Im Jahr drauf kamen Lokalmatador Casper und Biffy Clyro – letztere hatten geraden das Londoner Wembleystadion ausverkauft. Nun war klar, dass 2015 schließlich das 10-jährige Jubiläum zelebriert werden sollte. Ich war mir daher sicher, dass die Veranstalter noch einen drauf setzen und 1-2 richtig fette Acts engagieren würden.

Es kam anders – und wie sich später herausstellen sollte mit verheerenden Folgen … Selbst die kühnsten Optimisten mussten einsehen, dass das Jubiläums-Line-Up ein Rückschritt zu den vergangenen Jahren darstellte. Zwar konnten mit The Offspring, Fünf Sterne Deluxe, H-Blockx oder Bad Religion immer noch „Namen“ verpflichtet werden, aber wenn man ehrlich ist, ist keiner davon ein aktueller nationaler oder internationaler Top-Act. Diese 4 Acts hatten eigentlich allesamt ihre ganz großen Zeiten bereits hinter sich. Die H-Blockx wurden gar als mysteriöser „SECRET HEADLINER“ erst eine Woche vor dem Festival bekanntgegeben. Bei allem was im Vorfeld erzählt und geschrieben wurde, war es (für mich) irgendwie logisch, dass es diese Band sein würde. Und damit wird ja schließlich auch die Festivalgeschichte irgendwie abgerundet. Aber bei allem „Hype“ der um diesen „SECRET HEADLINER“ gemacht wurde, waren sie auch irgendwie ein bisschen „zu wenig“. Nachdem bekannt wurde, dass es ein Act sein würde, der schon mal da war, wurde von den meisten eher noch einmal etwas in der Liga wie Casper, Deichkind, oder die Broilers erwartet. Ich jedenfalls habe nicht einen getroffen, der mit dem diesjährigen Line-Up wirklich glücklich und zufrieden war. Wäre die „Aufstellung“ 2011 so ausgefallen, hätte die Sache sicher anders ausgesehen aber mit der Erwartungshaltung, die in den letzten Jahren erzeugt wurde, war das unter dem Strich doch alles recht dürftig. Warum das alles so ist, erklärten die Veranstalter in einer etwas frustriert klingenden Nachricht am 3. Juli:

„Eine Ära geht zu Ende: Aus Liebe zur Musik, zum Festivalstandort Ostwestfalen und den Serengeti Festivalfans haben wir das Serengeti Festival seit 10 Jahren mit viel Ausdauer, Herzblut und Einsatz aufgebaut und kontinuierlich weiterentwickelt. Die Entscheidung für die Aufgabe des Festivals ist uns daher nicht leicht gefallen. Bei allen sitzt momentan eine große Löwenträne im Knopfloch.
Aber die Entwicklungen im deutschen und internationalen Festivalmarkt haben sich in den vergangenen Jahren zugespitzt: Steigende Gagen, immer mehr Festivals bieten um die gleichen Bands, höhere Produktionskosten und eine weitgehende Kontrolle der Festivallandschaft durch wenige Großkonzerne haben letztlich zu einer Situation geführt, in der ein unabhängiges Open Air im Format des Serengeti Festivals nicht mehr nachhaltig und budgetär seriös arbeiten kann. So schwer dieser Schritt auch fällt, müssen wir aus den genannten Entwicklungen unsere Konsequenzen ziehen. Das sind wir unseren Mitarbeitern und den zahlreichen anderen Projekten schuldig.

Alle Verantwortlichen sind sich einig, dass man weder an der Qualität des bekannten Festivalformats schrauben möchte, noch die Ticketpreise erhöhen will. Beide Lösungen hätten am Ende nichts mehr mit dem Serengeti Festival zu tun. Auch andere Maßnahmen wie Absage, Reduzierung auf nur einen Tag oder Verlegung in eine andere Stadt standen daher nicht zur Diskussion. Am Ende des Tages möchte man wir uns mit der 10. und letzten Festivalausgabe gebührend verabschieden und allen Beteiligten, Partnern, Freunden, Musikern und vor von Euch für die letzten zehn tollen Jahre danken.“ (Serengeti Festival vom 3. Juli 2015)

Ich habe diese Worte gleichzeitig auch als Erklärung dafür gesehen, warum das diesjährige Line-Up nicht mehr das Niveau der letzten 2-3 Jahre erreichen konnte (auch wenn das natürlich so direkt nie gesagt wurde).

Trotz allen Vorzeichen habe ich mich natürlich derbe gefreut, auch in diesem Jahr vom Veranstalter wieder eine Akkreditierung mit Fotopass erhalten zu haben. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank für die tolle Zusammenarbeit der letzten 3 Jahre an die Vibra Agency!

 

Grafik_Freitag

Los ging es schließlich am Freitag mit einer Unwetterwarnung und einer vorübergehenden Räumung des Veranstaltungsgeländes. Für mich persönlich machte sich hier gleich der Standort-Vorteil bemerkbar. Die Tatsache, dass ich das Veranstaltungsgelände in knapp 20 Minuten mit dem Auto erreichen kann, erlaubte es mir, ganz entspannt zu Hause abwarten zu können wie sich die Lage entwickeln würde. Glücklicherweise war alles halb so schlimm und die Tore konnten schließlich um 18 Uhr (wieder) geöffnet werden. Blöd nur für Apologies, I have None und Jesper Munk, die leider komplett ausfallen mussten. Ich selbst passierte schließlich erst während des Gigs von Zugezogen Maskulin die Einlasskontrolle. Durch die Verlegung des Campingplatzes war der Tagesparkplatz der vergangenen Jahre quasi abgeschafft. Hatten hier doch annähernd 100% aller Camper ihr Auto abgestellt. Logisch, dass für die Tagesbesucher dann nicht mehr viel Platz dort blieb. Ich und viele andere durften somit einmal durch die Savanne ähhh.. Senne fahren, das Gelände umkreisen und ein gutes Stück hinter dem Safari-Park parken. Organisatorisch war das dort alles andere als professionell. Wurden die Einbahnstraßen auf dem Parkplatz doch von verschiedenen Richtungen genutzt und die (jungen und vermutlich unerfahrenen) Hilfskräfte waren völlig überfordert damit die Leute einzuweisen. Nun denn – nach dem der (doch recht lange) Fußweg zurückgelegt war, hieß es anstehen an der Presse/Gästelisten-Kasse. Hier bin ich es inzwischen schon gewohnt, dass lange Wartezeiten entstehen, da es immer wieder „Experten“ gibt, die dort versuchen Ihre normalen Festivalbändchen zu bekommen oder die Kasse als VIP-Kasse verstehen. Angesichts dieser Tatsachen ging das allerdings dieses Mal doch recht zügig und problemlos über die Bühne. Schließlich betraten gerade Emil Bulls die Hauptbühne, als ich noch nicht einmal meine Kameras ausgepackt hatte. Der Sound der Münchner Band geht steil nach vorne und brachte es fertig, die Festivalbesucher von Beginn an mitzureißen. Rechtzeitig als das Publikum die vom Sänger gewünschte „wall of death“ initiert hatte, war meine Kamera „schussbereit“, was sogleich einige actionreiche Bilder bedeutete. Nach diesem furiosen Auftakt sollte es etwas ruhiger weitergehen und es folgte bereits mein persönlicher Favorit des Abends: Marcus Wiebusch. Der Hamburger befindet sich gerade auf „Abschiedstournee“, bevor es nach seinem Soloprojekt dann wieder mit Kettcar weitergehen soll. Nach dem kurzzeitigen Regenschauer und der Startverschiebung herrschte ein tropisches Feeling in der Senne. Wenn man es nicht besser gewusst hätte, hätte man sich in den Australischen Dschungel hineinversetzt gefühlt. Eine wahnsinnige Wärme mit tierisch hoher Luftfeuchtigkeit schaffte es irgendwie (dennoch) eine unfassbar gute Atmosphäre unter die Festivalbesucher zu zaubern. Anders als vorab befürchtet, ging Marcus Wiebusch mit seinem Gig hier keinesfalls unter, sondern brachte die Menge vor der kleineren (aber immer noch größen) Bühne zum pogen, lachen, tanzen und ausrasten. Höhepunkt im Set war wohl der Kettcar-Song „Deiche“, der richtig abgefeiert wurde. Es war einfach grandios! So fiel es mir auch schwer, rechtzeitig zu Genetikk den Ort des Geschehens zu verlassen. Aber natürlich wollte ich den Besuch im Graben auch hier nicht versäumen. Wie sich herausstellte, sollte dieser dann aber nur bedingt lohnen. Durch übertrieben viel Bühnennebel waren die in Masken gehüllten Künstler kaum zu entdecken oder gar anständig zu fotografieren. Das Gegenlicht machte es gar beinahe unmöglich. Zudem war ich relativ schnell angenervt von der Musik. Diese Art von Hip-Hop ist nun so gar nicht mein Fall. Keine Ahnung, warum die Kids hier drauf stehen und das entsprechend feiern..!? Also schnell wieder weg von der Hauptbühne zur 2nd Stage, wo um 21.15 Uhr die Mad Caddies ihren Auftritt haben sollten. Das war schon eher nach meinem Geschmack, auch wenn leider viel zu wenig Zeit war den Auftritt wirklich zu verfolgen und zu genießen. Schließlich legten Royal Republic dann um 22 Uhr den Auftritt des Abends (wenn nicht sogar des gesamten Wochenendes) hin! Die Schweden wussten mit einfachster Bühnendeko aus vermeintlich vergangenen Zeiten – ein paar Glühlampen sollten es richten – und einem ordentlichen Brett ehrlicher Gitarrenmusik sowohl für uns Fotografen als auch für die Zuschauer vollends zu überzeugen. Eigentlich schade und ein bisschen ungerechtfertigt, dass sie nicht den Headliner des heutigen Abends darstellen sollten – dazu aber später mehr. Bevor wir zum Headliner kommen, geht nichts an der Kyle Gass Band vorbei. Wer – wie ich – unwissend bei dem Namen mit den Schultern zuckt, dem sei gesagt, dass hier 50% der legendären Tenacious D auf der Bühne steht. Pünktlich um 23.45 Uhr sollten dann allerdings die Headliner des ersten Festivaltages die Bühne betreten: Pimpulsiv, Aligatoah DNP und Sudden alias Trailerpark betraten die Bretter vor denen inzwischen hauptsächlich ein recht junges Publikum aufwartete. Wie die Kombo selbst behauptet, möchte sie „das Sprachrohr für eine Jugend geprägt vom Komasaufen YouPorn-Clips und exzessiven Nihilismus“ sein. Dass sich dieses in den Texten nur allzu gut widerspiegelt, die ausnahmslos in der untersten Schublade und fern jeglicher Konventionen beheimatet sind, dürfte logisch sein. Ich kann hier zwar durchaus eine gewisse satirisch-ironische-Ader erkennen, habe aber trotzdem kein großes Verständnis für derlei Musik. Da höre ich mir dann im Zweifel doch noch eher die Kassierer an.. So ging der Freitag auch nach den drei Songs im Fotograben zuende ehe ich mich auf den langen und fast gänzlich unbeleuchteten Fußweg zum Auto aufmachte. Eine (!) einzige (!!) Lampe zierte hier den mehrere hundert Meter langen Weg durch den Wald, der auch regelmäßig von Bussen und Autos befahren wird. Wohl dem, der eine Taschenlampe hat. Ansonsen kann man wohl einfach froh sein, dass hier noch niemand zu größerem Schaden gekommen ist.

 

Grafik-Samstag

Anders als einige Fotokollegen, die bereits seit Stunden vor Ort waren, erreichte ich erst um kurz nach 17 Uhr das Gelände. Dadurch verpasste ich zwar leider Panteón Rococó, musste mir so aber wesentlich weniger Stress machen. Nicht verpassen wollte ich aber Sepultura. Die 1984 gegründete brasilianische Metalband ist schließlich eine Instutition, die es schließlich nun schon seit mehr als 30 Jahren gibt. Ein wahrlich brachialer Auftritt, der allerdings nicht unbedingt die Massen begeisterte. Direkt im Anschluss traten RDGLDGRN bzw. Red Gold Green auf der zweiten Bühne auf. Die Amerikaner, die hierzulande als Newcomer gelten, haben bereits 2013 ihr erstes Album herausgebracht und bringen in ihrem Sound eine spannende Mischung aus Hip-Hop, Raggae und (Indie-)Rock auf die Bühne. Das kann sich wahrlich hören und sehen lassen. Das Album jedenfalls dreht derzeit fleißig seine Runden in meinem CD-Player. Aufgrund des lediglich halbstündigen Auftrittes war es mir allerdings nicht möglich, deren Konzert komplett zu verfolgen bevor es mit Madsen weiterging, welche schließlich live ein absolutes Brett sind. Die Fotos warum somit quasi bereits vorher sicher im Kasten 😉 Die Wendländer rund um die Gebrüber Madsen haben gerade ihr neues Album Kompass auf den Markt geschmissen, was sie dementsprechend auch hier präsentierten. Hinsetzen, aufspringen, T-Shirts wedeln – alles war dabei, was man sich für einen Festivalauftritt wünschen kann. 45 Minuten Spielzeit und die Auftrittszeit von 18.45 Uhr waren dem eigentlich nicht würdig. Dillinger Escape Plan sorgten im Anschluss für Kurzweile – boten sie uns Fotografen doch eine echte Herausforderung damit, dass sie über die Bühne sprangen wie junge Rehe. Skindred hingegen ist inzwischen eine feste Größe des Festivals. Der eigenwillige Sound aus Dubstep, Raggae, Hardcore, Punk und Metal ist inzwischen fast jedem Besucher des Serengeti Festivals bekannt. Ihr Auftritt unterstrich das deutlich! Es folgten Against Me! die u.a. bekannt geworden sind durch die Geschlechterangleichung der Sängerin Laura Jane Grace. Ihr aktuelles Album „Transgender Dysphoria Blues“ thematisiert das ebenfalls. Eine ganz andere musikalische Richtung boten die Headliner Fünf Sterne Deluxe an diesem Abend. Die Combo ist wohl einer der wichtigsten Wegweiser der deutschen Hip-Hop Geschichte und bietet dabei ein ganz anderes Niveau als die Jungs von Trailerpark tags zuvor. Hits wie „die Leude“ wurden quasi von allen Besuchern abgefeiert. Irgendwie sind das ja alles allgegenwärtige Ohrwürmer, die viele noch mit ihrer Jugend verbinden. Interessant war, dass der Fotograben plötzlich aus allen Nähten platzte und zig Fotografen vor Ort waren, die zuvor noch nirgends gesichtet wurden. So kam es zu regelrechten „Grabenkämpfen“ um die besten Plätze. Ich freute mich vor allem über das tolle Bühnenlicht, was knackscharfe Aufnahmen mit geringen ISO-Werten ermöglichte und gepaart mit den Seifenblasen aus der ersten Reihe tolle Motive mit sich brachte. Die „Festivalband“ Monsters of Liedermaching gehört ebenso wie Skindred oder H-Blockx zu den Konstanten des Serengeti Festivals. So durften sie heute gar mit zwei Auftritten glänzen – der zweite dann eben nach Fünf Sterne Deluxe. Als vor dem Auftritt von H-Blockx als Intro „Radio Gaga“ kam, wurde plötzlich klar, dass uns die Veranstalter nur genatzt hatten und der wahre Secret Headliner Queen sein sollte. Scherz beiseite: Die Münsteraner betraten die Bühne und brachten den Samstagabend würdig zu Ende.

 

Grafik-Sonntag

„Bei solch einem Wetter jagt man keinen Hund vor die Tür“ sagt man. Bei ostwestfälischem Dauer-Starkregen überlegte ich tatsächlich stundenlang, ob ich mich überhaupt noch mal auf den Weg machen sollte. Die Tatsache, dass es der letzte Serengeti Festivaltag der Geschichte sein sollte, ließ mich dann aber gut präperiert und vor Regen geschützt, doch noch los fahren. Eine nette Ordnerin ließ mich gar kostenlos auf dem Mitarbeiterparkplatz parken. Dennoch war ich zu spät dran, um die Ruhrpottpunker von Sondaschule komplett zu erleben. Stimmung sollte aber an diesem Sonntag auch nur bei einigen Wenigen wirklich aufkommen, die dann aber immerhin ausgelassen im Schlamm tanzten. So verleitete der Regen die meisten doch wohl schon seit Stunden dazu, hier die Zelte frühzeitig abzubrechen. War man doch von bis zu 10.000 Tagesbesuchern ausgegangen, waren an diesem Nachmittag/Abend maximal um die 3.000 Leute gleichzeitig auf dem Gelände, um dem Treiben zuzuschauen. Immerhin hatte es irgendwann mal aufgehört zu regnen, so dass die 257ers annähernd im Trockenen fotografiert werden konnten. Das Trio schlug musikalisch und textlich in eine ähnliche Richtung wie Trailerpark und co., verbreitete aber mit einer Schaumkanone noch ein bisschen Stimmung an diesem ansonsten doch sehr trüben Sonntag. Coheed and Cambria spielten dann wieder in strömendem Regen. So war für mich auch schnell klar, dass die ersten Songs von Bad Religion meinen persönlichen Abschied vom Serengeti Festival bedeuten würden. Bei schönem Wetter, wäre das mit Sicherheit anders gewesen, zumal die Band mir bereits seit der Jugend ans Herz gewachsen ist. The Offspring hingegen erlaubten keine freie fotografische Berichterstattung. So bekamen nur einzelne Fotografen einen gesonderten Fotopass, der vor Ort um 21.15 Uhr ausgegeben wurde. Dafür mussten sie zuvor einen Vertrag unterschreiben, der ihnen vorschreiben wollte, welchen Ausschnitt vom Sänger sie ablichten durften. Ich bekam diesen Spezial-Fotopass zwar gar nicht angeboten, hätte einen solchen Vertrag aber mit Sicherheit auch nicht unterschrieben. Es ist einfach unfassbar albern, was manche sich einbilden. Aber dieses Thema nimmt im Musikbusiness ja mehr und mehr Überhand. Wenn man dazu noch bedenkt, dass die meisten Fotografen ihren „Job“ im Fotograben aus purer Leidenschaft für die Musik machen und noch nicht einmal ansatzweise ihren Lebensunterhalt damit finanzieren können, ist das einfach nur traurig. Gute Fotos sind doch schließlich für alle Beteiligten ein Gewinn.

Fazit

Wie eingangs bereits angedeutet, war meine persönliche Erwartungshaltung an dieses Wochenende in diesem Jahr nicht so sonderlich hoch. Natürlich hofft man dennoch darauf einfach positiv überrascht zu werden. Dieses gelang aber auch nur bedingt. Klar waren einige positive Überraschungen dabei: Royal Republic, die ich vorher eigentlich nicht sonderlich positiv in Erinnerung hatte, das tolle Konzert von Marcus Wiebusch, Fünf Sterne Deluxe und Madsen sowie allen voran eine einmalige Atmosphäre am dunstigen Freitagabend. Dennoch war es kein Vergleich mit den letzten drei Jahren. Woran lag’s? Nur an den Acts? Bedingt! Mich störten mitunter die doch recht geringen Spielzeiten. Tolle Künstler wie Marcus Wiebusch und Madsen mussten sich mit gerade einmal 45 Minuten begnügen. RDGLDGRN gar mit lediglich einer halben Stunde. Hinzu kam der oftmals krasse Schnitt zwischen unterschiedlichen Musikstilen. Oft folgten auf Hip-Hop-Acts harte Gitarrenklänge und andersrum. Auch wenn sich Genres heutzutage oftmals vermischen und viele Leute sich auch nicht mehr auf eine „Szene“ oder ein Genre festlegen möchten, empfand ich die Mischung teilweise als kontraproduktiv. Was die Gründe für all diese Sachen sind, weiß ich nicht. Dazu stecke ich nicht tief genug in der Materie. Vielleicht sollte das Programm absichtlich so bunt gemischt sein, damit sich die Leute nicht nur einen Tag aussuchen? Vielleicht hatten die Acts auch nur an dem jeweiligen Tag Zeit um auf dem Serengeti zu spielen? Vielleicht hängen die kurzen Spielzeit mit den beklagten überhöhten Gagen zusammen, die man so etwas drücken konnte? Vielleicht wollte man auch einfach möglichst viele unterschiedliche Bands auftreten lassen? Alles nur Mutmaßungen und darum auch nicht wirklich relevant. Die Eintrittspreise von bis zu 100 Euro für das Wochenende oder gar bis zu 60 Euro für einen Abend, empfinde ich – objektiv gesehen – für das gebotene als zu hoch. Klar, bei den ganz großen Events wie „Rock am Ring“, „Tomorrowland“ und co. werden noch einmal ganz andere Preise aufgerufen. Mir liegt es auch fern den Veranstalter da in irgendeiner Weise zu kritisieren – wahrscheinlich freuen die sich unter dem Strich bereits wenn keine Verluste zu beklagen sind. Vielmehr möchte ich da selbst noch einmal an die Worte des Veranstalters selbst erinnern und der Entscheidung, das Festival endgültig zu beenden, Respekt und Anerkennung entgegenbringen. Dass der Musikmarkt im Jahr 2015 anders funktioniert als noch vor ein paar Jahren sieht ja jeder Laie, wenn er sich mal eine Konzertkarte kauft. Unter 30 Euro ist mittlerweile auch bei unbekannteren Acts in kleineren Locations kaum noch etwas zu machen. Auch aufgrund der Eventisierung der Gesellschaft wird hier heute mehr Geld verdient als mit den eigentlichen Plattenverkäufen. Ich denke daher, dass man durchaus mit Freude auf die 10 Jahre Serengeti Festival zurückblicken sollte und den klugen Spruch „alles hat seine Zeit“ hier durchaus anwenden kann. Es ist eben manchmal besser eine Sache zu beenden als etwas fortzusetzen, was für alle Seiten die nötige Befriedigung nicht mehr mit sich bringt. Ich bin mir daher sicher, dass die Vibra Agency auch zukünftig tolle Konzerte und Events veranstalten wird und Ostwestfalen nach wie vor ein Standort dafür sein wird. In welcher Form auch immer. Wir lassen uns überraschen und freuen uns drauf. Jetzt sage ich einfach noch mal DANKE!

 

ZU ALLEN FOTOS!

Grafik

 

.PARKLICHTER-FESTIVAL 2015

// Mit Clueso, Patrice, Olson und Joris war das Konzert des Bad Oeynhausener Parklichter-Festivals in diesem Jahr hochkarätig besetzt. Hinzu kamen viele kleinere Künstler, die einen ebenso besonderem Charme versprühten wie die tolle Kulisse des Kurparks. Für mich stellte der Besuch dieses Events ein Novum dar. Mit Clueso hatten die Veranstalter allerdings auch ein handfestes Argument, welchem ich mich nicht verschließen konnte. So habe ich doch vor ein paar Jahren am Dresdener Elbufer eines der besten Konzerte überhaupt erleben dürfen. „Hauptdarsteller“ an jenem Abend war ebenfalls der sympathische „Cluesn“. Aber zurück  in das Jahr 2015:

Am heutigen Freitag machten wir uns am frühen Abend auf den Weg in das nahe gelegene Bad Oeynhausen. Damit mussten wir uns leider den sympathischen Joris entgehen lassen, der an diesem Abend hier seinen großen Heimauftritt hatte. Immerhin hörten wir auf dem Weg zum Festivalgelände noch die letzten Klänge seines großen Hits „Herz über Kopf„.

An der Location angekommen, waren wir ein bisschen verwundert darüber, dass diese trotz der großen Fläche so eng gehalten wurde. Bietet der Kurpark doch eine wesentlich weitläufigere Fläche als die, die letztendlich für diesen Festivaltag zur Verfügung stand. Zwar wurde ich später darüber aufgeklärt, dass die restliche Fläche bereits für das Feuerwerk am Samstag abgegrenzt wurde, welches wohl noch mal wesentlich mehr Besucher anlockt, aber mein Verständnis dafür, dass annähernd alle Stände mit essbarem nebeneinander auf dem schmalen Weg zwischen Hauptbühne und den anderen Bühnen aufgebaut waren, hielt sich sehr in Grenzen. Hier staute es sich somit eigentlich ununterbrochen und an jedem Stand gab es endlose Schlangen, die zu halbstündigen Wartezeiten führten. Ein bisschen mehr Entzerrung wäre hier absolut wünschenswert gewesen, zumal selbst auf dem zur Verfügung stehenden Gelände noch ordentlich Platz im hinteren Bereich war. Vielleicht bin ich hier ein bisschen empflindlich, aber ich mag halt einfach kein Gedränge.

Parklichter-Festival_20150807-82

Parklichter-Festival_20150807-91

Als wir uns dann aber doch zur Hauptbühne durchgekämpft hatten, betrat diese schon bald Olson. Der in Neuss geborene Rapper bezeichnete sich zu Beginn seiner Karriere noch als „Olson Rough“ und brachte ein Demo mit dem damals passenden Titel „Rudeboy“ heraus. Diese jugendlichen Auswüchse sind inzwischen allerdings längst vorbei, weshalb sein 2014 erschienenes Debütalbum auch den Titel Ballonherz trägt und sich somit bereits im Titel gänzlich vom Image früherer Tage abgrenzt. So kam er auch an diesem Abend überaus sympathisch daher und begeisterte vor allem die jüngeren Fans unter den 6.000 Besuchern, die ihn in der untergehenden Abendsonne gebührend feierten.

Parklichter-Festival_20150807-24 Parklichter-Festival_20150807-57 Parklichter-Festival_20150807-16

Parklichter-Festival_20150807-84 Parklichter-Festival_20150807-35

Einen kurzen Moment konnte ich anschließend noch dem Soundcheck von James Hersey lauschen, bevor ich pünktlich um 20 Uhr im Theater eintraf wo Mani Orrason seinen Auftritt hatte. Diese Location stellt sicherlich ein kleines Highlight des Festivals dar. Sind Konzerte in einem Theater doch immer etwas ganz besonderes. Hier konnte man auch mal „runter kommen“ und einfach ein bisschen entspannt den Klängen des talentierten Musikers lauschen. Aufgrund des engen Timings (und der engen Wege) blieb aber nicht allzu lange Zeit dafür.

Parklichter-Festival_20150807-126 Parklichter-Festival_20150807-95

Schließlich wollte ich pünktlich zu Patrice wieder im Graben der Hauptbühne stehen. Die Raggae-Klänge des in Köln geborenen Songwriters sollten ihre Wirkung nicht verfehlen und machten das Sommer-Feeling im Park perfekt. Immer wieder erstaunlich wie der Ostwestfale dann plötzlich doch einmal aus sich heraus kommen kann 😉 Fotografisch bot dieser Auftritt nun auch bereits deutlich mehr als die vorherigen. Schließlich war es inzwischen dämmrig, was nunmal deutlich stimmungsvoller ist als Konzerte bei Tageslicht. Hinzu kam aber auch, dass die Lichtcrew hier einfach einen guten Job machte und die Bühne in wunderbaren Farben ausleuchtete, die Patrice nicht nur sprichwörtlich im besten Licht dastehen ließen.

Parklichter-Festival_20150807-227 Parklichter-Festival_20150807-213 Parklichter-Festival_20150807-207 Parklichter-Festival_20150807-204 Parklichter-Festival_20150807-188 Parklichter-Festival_20150807-154

Parklichter-Festival_20150807-210

Bevor Clueso später die Bühne betreten sollte und Patrice seinen Auftritt beendete, schaute ich noch einmal im Theater vorbei, wo ich mir ein paar Songs von Ida Gard anhörte. Die Dänin wusste mit ihrer Stimme vom ersten Klang an zu begeistern so dass ich mir durchaus vorstellen kann mich später noch einmal intensiver mit ihrer Musik auseinanderzusetzen. Hier und heute ging es aber alsbald wieder Richtung Hauptbühne bevor das Gedränge zu unübersichtlich wurde. Da lobe ich mir doch so weitläufige Gelände wie beim Serengeti Festival, wo man innerhalb von 2 Minuten die Location wechseln kann und sich dabei auch nicht durchzudrängeln braucht.Parklichter-Festival_20150807-254

Pünktlich um 22.30 Uhr betrat der Headliner dann auch die große Hauptbühne und packte mit seinem Opener „Pack meine Sachen“ gleich einen allgegenwärtigen Gute-Laune-Hit aus, der das Publikum mitriss. Auch hier geht ein großes Lob an die Leute, die für das Licht zuständig sind. Uns Fotografen spielte das am heutigen Abend perfekt in die Karten. Spannendes Gegenlicht, das für etwas Dramatik sorgte und jederzeit präsentes Hauptlicht auf den Künstler. So lob ich mir das 🙂 Die Show von Clueso bot aber auch grundsätzlich schon eine Menge für’s Auge. Auf den großen LED-Bildschirmen liefen permanent Grafiken und passende Videos ab und der quirlige Erfurter flitzte ganz ordentlich über die Bühne und tauchte auch mal ins Publikum, so dass ihm mancher Besucher an diesem Abend doch recht nahe kommen konnte. Ich nehme vorweg, dass dieses Konzert nicht an den oben erwähnten Abend in Dresden heranreichte, aber es war dennoch klasse. Auch weil Cluesn im Gegensatz zu vielen anderen großen Künstlern seiner „Kategorie“ noch keine perfekt durch inszenierte Show ablieferte, sondern zwischendurch immer mal wieder improvisierte und sogar kurrzeitig die Setlist umwarf auf Wunsch des Publikums. Mir persönlich waren manche Songs schon ein wenig zu weit vom Original abgewschweift in dem sie mit diversen (elektronischen) Beats unterlegt waren, aber andererseits freue ich mich auch immer auf Konzerten etwas Anderes zu hören als aus der heimischen Anlage.

Parklichter-Festival_20150807-478 Parklichter-Festival_20150807-469 Parklichter-Festival_20150807-445 Parklichter-Festival_20150807-438 Parklichter-Festival_20150807-404 Parklichter-Festival_20150807-399 Parklichter-Festival_20150807-368 Parklichter-Festival_20150807-351 Parklichter-Festival_20150807-346 Parklichter-Festival_20150807-333Parklichter-Festival_20150807-319  Parklichter-Festival_20150807-312 Parklichter-Festival_20150807-303 Parklichter-Festival_20150807-290 Parklichter-Festival_20150807-284

Der Inhalt des Songs „Love the People“ konnte an diesem Abend allerdings von meiner Seite aus nicht gelebt werden. So war es einfach absolutes Unding wie sich manche Besucher hier benahmen. Aufgrund des engen Geländes kam es an der Stelle wo wir standen zu Gedränge. Aber anstatt in so einer Situation gelassen und respektvoll miteinander umzugehen, schienen einige nur an sich selbst zu denken und sich nicht darum zu scheren wie es anderen ergeht. Dreistes Vorgedrängel, Dickfälligkeiten und Nörgeleien wegen Rücksacken gehörten schließlich noch zu den harmloseren Dingen als sich plötzlich zwei Mädchen heftigst an die Köpfe gerieten. So kam es kurzzeitig zu einer wilden Prügelei, die allerdings vom Ordnungsdienst auch schnellstens aufgelöst wurde. Einfach schade, dass manche Leute sich scheinbar immer direkt wie eine offene Hose benehmen müssen, wenn sie denn einmal im Jahr ihre 4 Wände verlassen. Ich jedenfalls habe noch nie so eng bei einem Festival bzw. Outdoor-Konzert gestanden (auch nicht dort wo 120.000 Menschen waren) und habe ein solches Benehmen noch nicht einmal auf den wildesten Punk- oder Metal-Konzerten erlebt. Dort gehen die Leute zumeist wesentlich respektvoller miteinander um.

Zugegeben: Das trübte den eigentlich schönen Abend doch ein bisschen, aber unter dem Strich darf man den Veranstaltern der Vibra Agency wohl ein weiteres Mal ein Lob für eine sehr gute Veranstaltung mit tollen Künstlern aussprechen. Freuen würde ich mich aber dennoch, wenn einige Anregungen (Vergrößerung des Geländes und/oder Entzerrung durch andere Platzierung der Gastronomie) in Zukunft umgesetzt würden.

Alle Fotos des Tages gibt es hier!

grafik_parklichter2015

.CAMPUS FESTIVAL BIELEFELD 2015

// Wahnsinn! Mit 19.500 Besuchern vermeldete das erste Bielefelder Campus-Festival bereits “ausverkauft”. So gab es erst gar keine Tageskasse und diejenigen, die es verpasst hatten sich rechtzeitig mit den günstigen Tickets einzudecken mussten/durften das Geschehen immerhin aus der Ferne verfolgen. Beliebt waren die dabei die angrenzenden Parkhäuser und der Gang von der Bahnhaltestelle zum Hauptgebäude. Aber von vorne: Während wir arbeitsbedingt erst gegen 17 Uhr am Gelände eintrafen, machten es sich viele Besucher schon vorher nett auf dem Campus. Um 15 Uhr öffneten die Tore und bereits eine Viertelstunde später startete das Programm mit dem Hörsaal Slam. Viele der größtenteils jungen Besucher waren aber gar nicht wirklich wegen den Künstlern auf den Bühnen gekommen. Es ging ihnen mehr um die Atmosphäre und die Party überhaupt. Das war ihnen auch oftmals anzumerken. Dieser Umstand ist mitunter etwas ärgerlich für diejenigen die vornehmlich der Musik wegen da waren oder gar um einen bestimmten Künstler zu sehen. Man kann es den jungen Studentinnen und Studenten aber nicht zum Vorwurf machen. Schließlich war es ja ihr Fest und das sollten sie natürlich auch in allen Zügen genießen und auskosten. Es sei ihnen gegönnt!

20150625_CampusFestival-435

Direkt nach unserer Ankunft durften wir CHEFBOSS aus Hamburg auf der 2. Hauptbühne erleben. Die beiden Mädels verwandelten samt DJ und einer kleinen Crew an Tänzerinnen die Bühne zu einem Dancefloor. Eine Mischung aus Dancehall, Hip-Hop und Dub erinnert mitunter an SEEED und eignet sich natürlich zur völligen Party-Ekstase. Zu späterer Stunde in einem kleinen Club dürfte das eine grandiose Kombo sein, weshalb ich sicher bin, dass man von ihnen noch eine Menge hören wird.

20150625_CampusFestival-23

Pünktlich um 17.30 Uhr standen dann die Newcomer ANNENMAYKANTEREIT auf der großen Hauptbühne. Diese Band ist echt ein Wahnsinns-Phänomen. Wer ihren Hit „barfuß am Klavier“ einmal im Radio gehört hat, hat wahrscheinlich (genau wie ich) mit einem älteren bärtigen Herren gerechnet, dem diese markante Stimme gehört. In Wirklichkeit aber ist der Sänger, Henning May, gerade einmal Anfang 20 und sieht aus wie der Bandleader einer Schülerband. Hätte man die Herren durch ihre mediale Präsenz nicht schon einmal irgendwo gesehen würde man ganz sicher davon ausgehen, dass sie eine Schülerband irgendeiner Musik-AG sind. Der optische Kontrast zu dieser einmaligen markanten Stimme ist schon etwas Besonderes. Und so verwunderte es auch nicht, dass bereits großer Applaus aus dem Publikum kam, als die ersten Worte des Sängers ins Mikro geschmettert wurden. Die authentischen deutschen Texte wussten zu gefallen und kamen größtenteils sehr gut an. Dabei durfte natürlich der oben erwähnte Hit nicht fehlen, aber auch etwas heitere Songs wurden gespielt und gefeiert. Die Durchstarter füllen ohne richtiges Album bereits sämtliche Clubs und auch schon die ersten größeren Hallen. Das sind – ohne Frage – bereits riesige Erfolge und ich persönlich freue mich schon auf das erste Album, welches wohl bereits in der Mache ist. Etwas arbeiten müssten die Jungs vielleicht noch an ihrer Bühnenpräsenz. Wenngleich sie durch ihre Musik überzeugen wirken sie manchmal eben doch etwas wie die kleine, etwas unsichere Schülerband. Aber vielleicht ist es genau das, was es ausmacht!?

20150625_CampusFestival-101 20150625_CampusFestival-77

Nach dem Auftritt wurde es Zeit für einen kleinen Snack und bei dem Gang zu den Imbissbuden wurde uns dann auch erst richtig das Ausmaß dieser Veranstaltung bewusst. Abgesehen davon, dass sich der Campus als Festivalgelände tatsächlich sehr gut eignet, war es gerade im vorderen Bereich schon sehr eng und wuselig. Es ist eben nicht so weitläufig in der Breite und so wird es schnell man etwas eng.

20150625_CampusFestival-170

Pünktlich zu THEES UHLMANN schaffte ich es aber dennoch wieder in den Fotograben vor der Hauptbühne. Er war schließlich auch mein persönlicher Favorit dieses Abends. So cool und authentisch wie er sind aber auch nur wenige. Die mitunter minutenlangen Ansagen sind ja schon legendär. Besonders witzig wird es dann wenn er – wie heute – eine Geschichte über ein bekanntes Bielefelder Spaßbad erzählt. Die Liebesbekundungen an unsere schöne Stadt sind ihm dabei zu 100% abzukaufen, da ich aus sicherer Quelle weiß, dass er gerne mit ein paar Bekannten vom Fußball oftmals um die Bielefelder Häuser zieht und spätabends in der „Zwiebel“ landet. Mittlerweile hat sich da wohl mit einigen tatsächlich eine Freundschaft für‘s Leben entwickelt. Das macht den Gründer des „Grand Hotel van Cleef“ nur noch sympathischer. Aber es gab tatsächlich auch musikalisch etwas auf die Ohren. Und das war – wie gewohnt – vom feinsten. Die Hit seiner ersten beiden Alben kommen einfach immer wieder gut und lassen sich mitunter gepflegt abfeiern. Sein Charterfolg „zum laichen und sterben ziehen die Lachse den Fluß hinauf“ hat dabei natürlich das meiste Potential. Aber auch eine Rap-Einlage (CASPER konnte ja wieder einmal nicht da sein..) brachte die Gesichter in den ersten Reihen zum strahlen. Wie üblich stellte der Song „die Toten auf dem Rücksitz“ den Schlusspunkt seines einstündigen Auftrittes dar. Mein persönlicher Favorit den ich bei jedem Mal hören noch ein bisschen mehr liebe. Gut und gerne hätte es also noch weiter gehen können, aber die Zeit war nun einmal begrenzt.

20150625_CampusFestival-287 20150625_CampusFestival-235

Kurz danach musste ich natürlich noch flugs an der zweiten Hauptbühne vorbeischauen wo SCHNIPO SCHRANKE einen ebenso interessanten wie auch etwas verstörenden Eindruck hinterlassen. Das Duo gibt offensichtlich einen absoluten Scheiß auf Konventionen jeglicher Art. Das war sowohl ihrer Musik wie auch ihrem optischen Stil anzumerken. Beides erinnert mitunter ein bisschen an die Anfangstage von MIA oder der neuen Deutschen Welle der 80er spielt aber auch mit Hip Hop-Elementen. Zusammengefasst also sehr schräg und wild. Ich bleibe gespannt, ob wir von der Combo in Zukunft noch mehr hören werden..

20150625_CampusFestival-477

Enden sollte der Abend für uns bereits mit GENTLEMAN, welcher pünktlich um 20.30 Uhr die Hauptbühne betrat. Einmal mehr durfte ich dabei feststellen, dass der deutsche Raggae-Veteran fotografisch eine echte Herausforderung darstellt. Ähnlich wie CASPER steht er keine Sekunde still auf einem Fleck sobald er die Bühne betritt, sondern ist immer in Action und bezieht das Publikum mit ein. Das macht natürlich bereits bei den ersten Songs richtig Laune und so war es nicht verwunderlich, dass dieses Feuer direkt auf das Publikum übergesprungen war, welches schon bald mit den Armen in der Luft zu den jamaikanischen Beats tanzte. So soll es sein! „Music ist he answer!“ Wie auf einigen Luftballons vor Ort zu lesen war.

20150625_CampusFestival-400

Ein kurzer Schnack mit ein paar Freunden und bekannten setzte für uns den persönlichen Schlusspunkt unter diese gelungene Veranstaltung.

 

Alle Fotos findet Ihr hier in der Galerie!

.SERENGETI FESTIVAL 2015 – DAS JUBILÄUM!

// „10 YEARS OF ROCK’N’ROAR“ lautet das Motto des diesjährigen Serengeti Festivals. Das ostwestfälische Festival ist natürlich längst über die Grenzen hinaus zu einer Institution in der deutschen Festivallandschaft geworden. Vom einstmals kleinen Festival „auf dem Dorf“ hat die Marke vor allem in den letzten Jahren stark zugelegt. Spätestens seit dem Ende des Area4-Festivals und den Rockpalast Aufzeichnungen sind auch die Acts noch mal eine Spur fetter geworden, die uns hier besuchen. Nun feiert man also das große 10-jährige Jubiläum. Dafür haben sich die Veranstalter nicht lumpen lassen und bringen mit THE OFFSPRING einen richtig „dicken Brocken“ in die Senne. An dessen Seite stehen mit FÜNF STERNE DELUXE und BAD RELIGION zwei ebenso bekannte und allseits beliebte Künstler auf der Hauptbühne. Zudem ist noch ein SECRET HEADLINER angekündigt, welcher wohl in den nächsten Wochen bekanntgegeben wird. Um diesen SECRET HEADLINER ranken sich die Mythen, Mutmaßungen und Gerüchte. So hörte ich kürzlich, dass es sich um eine Band handeln soll, die schon einmal Gast auf dem Serengeti Festival war… Man darf weiter gespannt sein.

Aber neben den Headlinern hatte das Festival in den vergangenen Jahren auch immer allerlei Programm nebenher zu bieten. Und das wird selbstverständlich auch in diesem Jahr wieder so sein. Neben der Möglichkeit den benachbarten Safaripark kostengünstig zu besuchen, steht eine Vielzahl wieterer Künstler verschiedener Genres auf den hiesigen Brettern. In diesem Jahr sind das z.B. die ANTILOOPEN GANG, die Newcomer BILDERBUCH, COHEED AND CAMBRIA, GENETIKK, die MAD CADIES, MADSEN, MARCUS WIEBUSCH, MASSENDEFEKT, MONSTERS OF LIEDERMACHING, MOONBOOTICA, MOOP MAMA, PANTEON ROCOCO, ROYAL REPUBLIC, SEPULTURA, SKINDRED, SONDASCHULE UND ZUGEZOGEN MASKULIN – um nur einige zu nennen.

Insgesamt verspricht das Line-Up also auch in diesem Jahr eine gepaart mit dem atmosphärischem Drumherum wieder zu einer runden Sache zu werden. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass die Veranstaltung immer das Potential hat legendäre Abende hervorzubringen, welche nachhaltig in positiver Erinnerung bleiben. Nicht nur wegen der vielen schönen Fotos, die ich in den letzten Jahren dort geschossen habe:

Ich sitze jedenfalls gerade voller Vorfreude an meinem PC und freue mich wie Bolle auf THE OFFSPRING, BAD RELIGION, MADSEN und tollen Tagen in der ostwestfälischen Savanne.

Alle Infos uns Karten gibt es hier auf www.serengeti-festival.de

Abschließend noch ein paar Eindrücke aus den vergangenen Jahren:

Fotobuch_Serengeti_2014003 20140815_Serengeti-Festival_FR-439 20140815_Serengeti-Festival_FR-377 20140816_Serengeti-Festival_SA-160 20140817_Serengeti-Festival_SO-291 20140817_Serengeti-Festival_SO-136 SerengetiFestival_20130720-631 SerengetiFestival_20130719-188 SerengetiFestival_20130721-679 SerengetiFestival_20130721-570 SerengetiFestival_20130718-108 SerengetiFestival_20130719-275 SerengetiFestival_20130720-711 SerengetiFestival_20130720-302 20140816_Serengeti-Festival_SA-633 20140815_Serengeti-Festival_FR-129 20140816_Serengeti-Festival_SA-270

.PARKLICHTER 2015 MIT CLUESO & CO.

// Das PARKLICHTER-Festival im ostwestfälischen Bad Oeynhausen ist wohl an einer der schönsten Festival-Locations in ganz Deutschland beheimatet. Der pittoreske Kurpark der Stadt bietet ein einmaliges Flair, was bereits in der Vergangenheit einige namhafte Künstler in die Kurstadt gelockt hat. In diesem Jahr kommt mit CLUESO der wohl beste deutschsprachige Singer-/Songwriter vorbei. Wer CLUESO einmal live erlebt oder in einem längeren Interview zugehört hat, weiß dass er mehr verkörpert als eine „Marke“ im heutigen Muiskbusiness. Sobald der Ausnahmekünstler die Bühne betritt, verkörpert er einen Flow, den wohl kaum ein anderer Künstler so auf die Bühne bekommt. Es ist die Leidenschaft für  seine Musik und seine Geschichten, die er in ihr erzählt. Die Tatsache, dass sein aktuelles Album „Stadtrandlichter“ in Eigenregie auf seinem eigenen Label „Text und Ton“ in seiner Heimatstadt Erfurt entstanden ist, ist ein Sinnbild dieser gelebten Musikbesessenheit mit dem Hang zum Perfektionismus. Man darf sich also freuen auf einen lauen Sommerabend mit seinen grandiosen Liedern und einer Stimmung wie nach einem Sommerregen bei Sonnenuntergang. Das mag mitunter kitschig klingen, aber besser lässt es sich einfach nicht ausdrücken.

Neben dem Erfurter werder aber auch einige andere Künstler nach Ostwestfalen kommen. Der bekannteste ist wohl PATRICE, der neben Gentleman wohl der erfolgreichste deutsche Raggae-Künstler ist. Ein Heimspiel hingegen hat der Newcomer JORIS, welcher mit „Herz über Kopf“ derzeit einen Dauerhit in den Charts hat, den wohl fast jeder schon mal im Ohr hatte. Weitere Acts sind OLSON (wohl eine der größten deutschen Hip-Hop Hoffnungen derzeit), IDA GARD, THE LOVE BÜLOW, JAMES HERSEY, ED PROSEK, MÁNI ORRASON, TOM KLOSE; VALENTINE und MISSINCAT.

Ich freue mich jetzt schon auf einen tollen Abend, der sicherlich lange positiv in Erinnerung bleiben wird.

Alle Infos und Tickets unter www.parklichter.com

.EINE NACHT IN BIELEFELD

// 1LIVE – EINE NACHT IN BIELEFELD
Ort: Bielefeld / diverse Locations
Datum: 12.06.2015

Zum zweiten Mal in der Geschichte der Veranstaltungsreihe „Eine Nacht in…“ gastierte der Radiosender 1Live in Bielefeld. Nach 2008 sollten also wieder einige Konzerte, Comedys und Partys in die Leineweberstadt kommen.

20150612_EineNachtinBielefeld-3

Mein persönliches Interesse galt in diesem Jahr vorwiegend den Österreichern WANDA. Ihr Hit „Bologna“ ist zu einem regelrechten Dauerohrwurm geworden, aber auch die restlichen Songs auf dem Album wissen zu gefallen. Also traf es sich ganz gut, dass die Newcomer nun in meine Heimatstadt kamen, um hier mit 1Live zu feiern.

Der Timetable stellte das Konzert von WANDA allerdings ans Ende. So hatten wir natürlich noch genügend Vorlaufzeit, um bei der ein oder anderen Veranstaltung zumindest mal hinein zu schnuppern. Los ging es dann um 19.00 Uhr mit JORIS im Movie am Bahnhof. Leider hatte uns niemand gesagt, dass wir zunächst ins extra eingerichtete Sendezentrum des Radiosenders pilgern mussten, um dort unsere Presse-Ausweise abzuholen.

20150612_EineNachtinBielefeld-38

Da es nicht mehr lange dauerte bis JORIS die Bühne stürmen sollte, ließ man uns gegen einen kurzen Check der Personalausweise allerdings trotzdem rein zum fotografieren. So verfolgten wir auch nur die ersten drei Songs des Vlothoers, welcher hier heute quasi ein Heimspiel hatte. Die Musik und die Bühnenperformance des Singer-Songwriters wussten durchaus zu gefallen, aber wir mussten ja erst einmal weiter – die Presse-Ausweise abholen.

Glücklicherweise sind sämtliche Locations in Bielefeld problemlos zu Fuß erreichbar, so dass das recht schnell erledigt war. Warum genau man sich beim Kölner Radiosender dazu entschieden hatte, das „brooks“ (ein Klamottenladen) zum Sendezentrum umzubauen kann ich nicht beurteilen, aber durch die Location direkt in der Innenstadt und des aufgebauten Planschbeckens hatte das tatsächlich einen gewissen Stil.

20150612_EineNachtinBielefeld-115

Unsere nächste Station sollte die Hechelei im Ravensberger Park sein. Diese schöne Location wird leider viel zu selten genutzt für derlei Veranstaltungen, da sie keinen dauerhaften (Disco-)betrieb mehr beheimatet. Umso schöner mal wieder hier zu sein. Ich muss zugeben, dass ANDREAS BOURANI nicht gerade zu meinen persönlichen Lieblingskünstlern zählt. Aber ich muss auch zugeben, dass sein Dauerbrenner „auf uns“ ein perfekter Soundtrack zum WM-Titel unserer letztjährigen Fußballhelden war und auch mich damals gepackt hat. Insofern also eine schöne Sache ihn dann mal live zu sehen und sogar fotografieren zu dürfen. Letzteres gestaltete sich indem Mini-Graben als gar nicht mal so einfach, da man tatsächlich aufpassen musste, die Musiker nicht anzurempeln und zu behindern. Aber es gibt schlimmere Probleme im Leben eins Konzertfotografen. So verfolgten wir auch hier lediglich drei Songs und bekamen dabei immerhin auch einen seiner bekanntesten Hits „nur in meinem Kopf“ zu hören.

Die komplette Setlist des Konzertes:
1. Refugium
2. Wieder am Leben
3. Alles beim Alten
4. Delirium
5. Hey

6. Ultraleicht
7. Eisberg
8. Zusammen untergehen
9. Nimm meine Hand
10. Was tut Dir gut
11. Auf anderen Wegen
12. Auf uns
13. Ein Ende nach dem Anderen
Zugaben:
14. Welt der Wunder
15. sein
16. Wunder

Nach einer Getränkepause bei feinstem Sommerwetter folgte nun der vermeintliche Höhepunkt des Abends: Zurück im Movie warteten WANDA auf ihren Auftritt. Ohne lange zu fackeln eroberten sie die Bühne und die Herzen des Publikums im Sturm. Bereits der erste Song „Luzia“ brachte die Leute zum ausflippen. Frontmann Marco verstand es dabei vom ersten Akkord an, das Publikum auf seine Seite zu bringen. Auch wenn über das komplette Konzert hinweg durchweg erkennbar war, dass diese Band ein Haufen ausgeflippter Freaks mit dem Herzen am rechten Fleck ist, war es vor allem er, der mit seiner Performance dieses Konzert zu einer grandiosen Show machen sollte. Aufgrund der Tatsache, dass sie mit „Amore“ gerade mal ein Album veröffentlicht haben, war es nicht ganz so einfach die Setlist zu füllen. Die Wiener boten dennoch ein abendfüllendes Konzertprogramm. Einige ihrer Songs wurden einfach abgewandelt in minutenlange extended Versionen („Schnaps“) oder ganz einfach zwei Mal hintereinander („Bologna“) gespielt. Klar, „Bologna“ war einfach der Höhepunkt und wurde auch vom Publikum entsprechend so abgefeiert. Man machte uns aber auch bereits einige Hoffnung auf ein neues Album, welches scheinbar direkt im kommenden herbst erscheinen soll. Zwei Songs daraus wurden dargeboten. Mit dem neuen Song „1,2,3,4“ hat man dann wohl bereits den nächsten live-kompatiblen Hit im Programm. Als dann auch die zweite Zugabe verklungen und das Publikum immer noch in Feierlaune war spielten die sympathischen Jungs einfach noch einmal den Opener, der dieses Mal noch mehr gefeiert wurde als zuvor. Meinen insgeheimen Wunsch, das Konzert einfach noch einmal komplett zu wiederholen, erfüllten sie dann leider nicht. Aber das war ihnen auch nicht zu verdenken, schließlich hatten sie sich völlig verausgabt und lagen zum Teil schweißüberströmt auf und neben der Bühne – wirklich wahr! Alles in allem hat dieses Konzert meine Erwartungen noch bei weitem übertroffen und dürfte wohl als eines der besten überhaupt in Erinnerung bleiben.

20150612_EineNachtinBielefeld-264

Die Veranstaltung „1Live – Eine Nacht in Bielefeld“ konnte unter dem Strich begeistern, wenngleich ich mir durchaus ein paar weitere Künstler gewünscht hätte, die den Newcomer-Status bereits hinter sich haben. Aber man kann es ja auch nicht jedem Recht machen und schließlich sollte für jeden etwas dabei gewesen sein. Für den dritten Besuch unserer schönen Stadt wünsche ich mir noch mehr Präsenz von 1Live selbst in der Stadt. Hier ist durchaus noch Potential vorhanden um Outdoor-Locations zu eröffnen, Cocktail-bars aufzubauen usw. Aber das nur am Rande! Ihr dürft jedenfalls gerne wiederkommen liebes 1Live-Team.

Alle Fotos des Abends gibt es hier!

.CARNIVAL DER KULTUREN 2015

// Über 2.000 Akteure setzten sich beim diesjährigen „Carnival der Kulturen“ in Bielefeld in Bewegung und verzauberten die Stadt mit ihren tollen, bunten Kostümen und einer Lebensfreude, die einfach immer wieder gute Laune macht. So war es auch dieses Jahr. Trotz der Tatsache, dass der Carnival 2015 unter keinen guten Vorzeichen stand  (der Ravensberger Park war bereits belegt, weshalb die Abschlussveranstaltung verlegt werden musste, die Organisatorin war erkrankt..), darf die Parade als rundum gelungene Veranstaltung bezeichnet werden. Mit dabei war auch der Wettergott, der an diesem Samstag ein tolles Sommer-Feeling nach Bielefeld brachte. Zum ersten Mal war auch eine chinesische Gruppe dabei, die mit aufwendigen Kostümen und freundlichen Botschaften eine der Highlights des Zuges war.
Wie immer waren auch viele Bielefelder Schulen dabei und es wurden auch politische Themen thematisiert. U.A. – aufgrund des FIFA-Skandals brandaktuell – die Arbeitsbedingungen bei den Vorbereitungen zu den Weltmeisterschaften – insbesondere in Katar. So stand zwar der Spaß im Vordergund, aber es wurden auch Botschaften verbreitet. In der Hauptsache wohl die Botschaft des gemeinsamen Feierns, Zusammenlebens und der gegenseitigen Toleranz.

Hier gibt es alle Fotos!

 

.GENTLEMAN AUF MTV UNPLUGGED TOUR IN BIELEFELD

// Gentleman
MTV unplugged Tour
07.04.2015
Ringlokschuppen Bielefeld


MTV unplugged ist eine legendäre Marke im Musikbusiness. Da ist es schon fast verwunderlich, dass bis dato kein Raggaekünstler ein solches unplugged-Konzert eingespielt hat. 2014 war es eben jener GENTLEMAN, dem diese Ehre zuteil wurde. Der Kölner ist damit der erste Musiker dieses Genres, der sich mit diesem Stempel kleiden darf. Entstanden ist ein umfassendes Potpurri seines Schaffens. Auf der Doppel-CD sind 28 Songs gepresst, die zum Teil mit bekannten Musikerkollegen in Köln eingesungen wurden. Mit dabei sind CHRISTOPHER MARTIN, CAMPINO, MILKY CHANCE, MARLON ROUDETTE, TAMIKA, TANYA STEPHENS und KI-MANI-MARLEY. Nun sollte der Bielefelder Ringlokschuppen die Auftakt-Location für die Tour zum gleichnamigen MTV unplugged-Konzert sein. Dass der sympathische Tillmann Otto hierzulande mittlerweile eine große Nummer ist, machte die Tatsache deutlich, dass der Ringlokschuppen bereits im Vorfeld restlos „ausverkauft“ vermeldete und sogar Anfragen für bedürftige Kinder ablehnen musste. Auch wenn das Wetter an diesem Tag nicht zwingend jamaikanisch in Bielefeld war, freuten sich 2.500 Fans auf ein fröhliches Konzert, welches sie auch erleben sollten. Ohne Vorprogramm stand um Punkt 20 Uhr eine ganze Schar von Musikern auf der atmosphärisch hergerichteten Bühne, welche GENTLEMAN inmitten seines Intros betrat und fortan mit ganz viel Leben und Liebe füllte. Anders als vielleicht bei einem eher ruhigen Akkustik-Konzert erwartet, verbrachte dieser die ersten Songs hüpfend, springend und wild umherlaufend. Man hatte gar den Eindruck, dass er am liebsten jeden Fan einzeln begrüßen wollte. So war es auch als Fotograf eine extreme Herausforderung ein scharfes Foto zu schießen – zumal das tief ins Gesicht gezogene Baseball-Cap das komplette Licht verschluckte. Aber nun ja, GENTLEMAN war ja auch nicht für die Fotografen auf der Bühne, sondern für die Fans. Das Machte er deutlich als er später am Abend betonte wie sehr er sich darüber freute, daß mal nicht so viele Smartphones in die Luft gestreckt wurden zum filmen und Fotos schießen. Diese Unsitte dürfte jedem regelmäßigen Konzertgänger nur allzu bekannt sein, weshalb ich diese Tatsache und die passenden Worte wohlwollend zur Kenntnis nahm. Ich frage mich sowieso immer was die Menschen mit all den verwackelten Videos und unscharfen Fotos hinterher denn nun wirklich wollen. Ein Erinnerungsfoto mit dem Handy schießen – geschenkt! Aber was macht man bitteschön mit minutenlangen Wackelvideos die mitten im Song anfangen und während des nächsten dann wieder enden? Ich muss ja auch nicht alles verstehen.. Sehr wohl verstehen konnte ich hingegen die Künstler, die sich wirklich darüber freuten, dass die Leute tanzten und sich bewegten und einfach das Konzert genossen. Die Künstler? Jawohl! Denn wie eingangs erwähnt, stand Tillmann Otto keinesfalls alleine auf der Bühne und hatte zudem  auch noch eine Handvoll Künstler für Duett-Auftritte mit im Gepäck. Die Liste an diesem Abend war zwar nicht ganz so hochkarätig besetzt wie einst bei der Originalaufnahme in Köln, konnte sich aber dennoch durchaus sehen lassen. So standen zeitweise neben TAMIKA und TANYA STEPHENS, die ja bereits vom Album bekannt sind, auch SHERIETA, sowie MARTIN JONDO auf der Bühne neben GENTLEMAN. Mit UWE BANTON durfte sogar ein echtes Raggae-Urgestein aus Ostwestfalen auf die Bretter. Auch wenn der gebürtige Lagenser bei seinem ersten Aufruf scheinbar noch geschlafen hatte, harmonierte er später wunderbar mit dem Rest der bunten Truppe. So wurden insgesamt sogar noch mehr Songs als auf dem Doppelalbum in ca. 2,5 Stunden-Programm (!!!) performed, was einen vielseitigen und umfangreichen Querschnitt des Schaffens aus 16 Jahren GENTLEMAN-Geschichte bedeutete. Zum großen Finale kam sogar der Raggae-König selbst vorbei, um mit allen zusammen den fantastischen Redemption Song zu zelebrieren. Nein, der verstorbene BOB MARLEY war natürlich nicht persönlich und körperlich vor Ort und auch keiner seiner Söhne, aber an diesem Abend fühlte es sich ein bisschen so an, als wäre sein Geist dort gewesen und hätte Bielefeld zu einem besseren Ort gemacht.

Setlist

Intro
The Journey
Different Places
Changes
Intoxication
Road of Life
Liberation Time (mit Martin Jondo)
Rainy Days (mit Martin Jondo)
What U Are (mit Tamika)
It’s Alright (mit Uwe Banton)
See dem coming
Fire Ago Bon Dem
Send a prayer
It no pretty
Tranquility
Down Music Lane (mit Tamika)
Warn dem
runaway
no silidarity
walk away
memories
finally (mit Sherieta)
homesick (mit Tanya Stephens)
these streets (mit Tanya Stephensa)
to the top
leave us alone

Zugabe:
You remember
Another melody (mit Tanya Stephens)
It’s a pitty (mit Tanya Stephens)
Dem gone
Superior
Redemption Song (all)

     20150407_Gentleman_RLS-61 20150407_Gentleman_RLS-46 20150407_Gentleman_RLS-25 20150407_Gentleman_RLS-88 20150407_Gentleman_RLS-8 20150407_Gentleman_RLS-6

Alle Fotos gibt es wie immer hier bei Flickr!

 

.MC FITTI MIT’M BART

// Der bärtige Wahlberliner MC FITTI steht für kaum ein anderer im deutschen Musikbusiness für Party, gute Laune und buntes Treiben auf der der Bühne und überall dort wo er auftritt. So konnten wohl die meisten Besucher eine gewisse Enttäuschung nicht verbergen, als Sie erfuhren, dass die Spaßkanone verletzt war und somit nur mit angezogener Handbremse auftreten könne. MC FITTI aber wäre nicht MC FITTI, wenn er nicht auch aus diesem Umstand etwas Positives machen würde. So rollte er mit einem aufwendig dekorierten Rollstuhl auf die Bühne, welche an sich bereits aufgrund Ihrer individuellen Bühnendekoration ein Schauspiel für sich war. Wie in einer Theaterkulisse waren hier Türen, Fenster und ein kleiner Vorgarten mit Blumen zu sehen. Die gute Laune ließ MC FITTI sich also auch in dem blinkenden Rollstuhl nicht nehmen und transportierte sie vom ersten Song direkt auf das Publikum!

Alle Fotos gibt es wie immer hier in meinem Flickr-Fotostream. Hier ein kleines best of:

20150226_MCFitti-139 20150226_MCFitti-132 20150226_MCFitti-129 20150226_MCFitti-106 20150226_MCFitti-99 20150226_MCFitti-97 20150226_MCFitti-93 20150226_MCFitti-80 20150226_MCFitti-78 20150226_MCFitti-72 20150226_MCFitti-40 20150226_MCFitti-35 20150226_MCFitti-18 20150226_MCFitti-17 20150226_MCFitti-7

.RON DIVA AM 23.01.2015 IN BAD SALZUFLEN

// Die Musik von Ron Diva und ich, das passte von Anfang an. Schon allein die Tatsache, dass er – genauso wie ich selbst – Bad Salzuflen als seine Heimat bezeichnen kann macht ihn sympathisch. Wenn man sieht, welche Größen der Detschen Indie-Szene ebenfalls dorther kommen, braucht man nicht weiter über Talent oder Qualität zu philosophieren – diese liegt ja quasi in der Wiege. Nach dem ich Ron vor fast exakt 2 Jahren zum ersten Mal live zum Album-Release seinens zweiten Werkes live erlebt habe, habe ich seine beiden Album zig fach gehört. Sie gehören für mich persönlich auch qualitativ in eine Sparte mit deutschsprachigen Indie-Größen wie die Werke von Kettcar, Tomte, die Sterne, Tocotronic oder Element of Crime (sofern man die noch als Indie bezeichnen kann), weshalb sie immer wieder gerne im CD-Player ihre Runden drehen dürfen. Umso schöner war es, nun auch mal wieder ein Live-Konzert in der Heimat zu erleben. Im ehemaligen „Station“ habe ich selbst quasi meine Jugend verbracht, während es heute von einem Verein zum „Gleis 1 Kulturbahnhof“ benannt wurde. Auch hier durften schon regelmäßig tolle Acts spielen. Ich selbst habe hier schon die Sterne und I-Fire erlebt. Ron ließ es sich an diesem Abend jedenfalls trotz hartnäckiger Erältung, nicht nehmen, seiner Heimat ein tolles Konzerterlebnis zu bieten. Der Laden war proppevoll und das Publikum ließ sich auch nicht zwei Mal bitten als es ums „Mitmachen“ ging. Zusammen mit seiner Band spielte Ron Diva an diesem Abend eine gute Mischung der besten Songs aus seinen zwei Alben und gab sogar ein neues Lied zum Besten. Nach gut 2 Stunden ging nicht nur ich zufrieden nach Hause. Neben den tollen Eindrücken vom Konzert hatte ich schließlich auch noch einige Fotos mit nach Hause genommen:

 

20150123_RonDiva_Konzert_BS-6 20150123_RonDiva_Konzert_BS-2 20150123_RonDiva_Konzert_BS-120 20150123_RonDiva_Konzert_BS-115 20150123_RonDiva_Konzert_BS-113 20150123_RonDiva_Konzert_BS-108 20150123_RonDiva_Konzert_BS-68 20150123_RonDiva_Konzert_BS-66 20150123_RonDiva_Konzert_BS-63 20150123_RonDiva_Konzert_BS-47 20150123_RonDiva_Konzert_BS-25 20150123_RonDiva_Konzert_BS-24 20150123_RonDiva_Konzert_BS-22 20150123_RonDiva_Konzert_BS-20

.DESIGN-GIPFEL

// Zum ersten Mal fand nun auch in Bielefeld der sogenannte Design-Gipfel statt. Ambitionierte und junge Designer verschiedenen Ursprungs fanden den Weg in das Bielefelder Lenkwerk um Ihre Stücke vorzustellen und zu verkufen. Von Taschen über Bilder bis hin zu T-Shirts und Soßen waren viele schöne Dinge dabei, die durch Liebe zum Detail und individuellem Design auch mein Interesse fanden. Annähernd alle Aussteller dürften auch gute Verkäufer beim Portal Dawanda sein, wo es ebenfalls drum geht handgemachte und liebevoll designte Artikel anzupreisen. Auch wenn viele der hier angebotenen Stücke eher die weiblichen Wesen ansprechen dürften, kann ich bei solchen Veranstaltungen theoretisch fast an jedem Stand irgend etwas kaufen. Unter dem Strich freue ich mich sehr, dass der „Design-Gipfel“ nun auch Bielefeld erreicht hat und wünsche mir mehr solcher Veranstaltungen in unserer Stadt/Region. Der aus meiner Sicht einzige Wehmutstropfen ist die viel zu kleine Ausstellungsfläche der Messe. Auch wenn das Lenkwerk einen tolle Kulisse bietet, ist es insgesamt doch leider etwas klein, um wirklich vielen Ausstellern die Möglichkeit zu geben, ihre schönen Dinge auszustellen. Daher beim nächsten Mal gerne auch in der Stadthalle oder zumindest im Ringlokschuppen. Bis dahin verspüre ich gerade vermehrt Lust darauf, meine Dawanda-Aktivitäten aufzufrischen und zu erweitern… Mal sehen, ob die Zeit es erlaubt.

.FIDDLER’S GREEN IM FORUM

// Seit dem es das „Kamp“ als Konzertlocation nicht mehr in Bielefeld gibt haben sich auch meine Besuche bei kleineren und mittleren Konzerte deutlich verringert. Und das ganz einfach, weil durch den Wegfall vom „Kamp“ tatsächlich auch etwas weggefallen ist. Denn die Konzerte, die dort stattgefunden haben, finden nicht einfach irgendwo anders statt (..wie man ja meinen könnte..). Da in Bielefeld inzwischen auch offen über die Schließung des „Bunker Ulmenwall“ und des „Falkendom“ debattiert werden, bildet das „Forum“ wohl die letzte Bastion in dieser Größenordnung, die noch nicht geschlossen wurde oder von Schließung bedroht ist. Umso schöner, dass hier immer noch in sehr regelmäßigen Abständen interessante Konzertveranstaltungen stattfinden und dass selbst Größen wie „Tocototronic“ hier nach wie vor gerne spielen! Am heutigen Abend ging es aber weder um das „Forum“, noch um „Tocototronic“. Im Mittelpunkt stand viel mehr die Erlanger Folk-Rock-Band „Fiddler’s Green“! Nachdem ich die bittere Heimniederlage der lokalen Arminia gegen Bochum miterleben musste, eilte ich zum Forum und kam dort – oh Wunder – überpünktlich an! Die Türen wurden gerade geöffnet, als ich mich mit meinem Foto-Equipment in den warmen Laden vorgekämpft hatte. Kaum hatte ich mir ein lauschiges und gemütliches Plätzchen auf der Couch gesucht, betrat die Vorgruppe „Nachtgeschrei“ die Bühne. Die Frankfurter Band ist eindeutig dem Genre „Mittelalter-Rock“ zuzordnen und verstand es somit problemlos das Publikum zu begeistern. Nicht immer erlebt man es, dass eine Vorgruppe so gut bei dem Punlikum ankommt wie an diesem Abend.  „Fiddler´s Green“ betraten schließlich gegen 21.45 Uhr die Bühne und boten den Fans das was sie erwarteten und versprachen: „Wir spielen heute sowohl neue Songs, wie auch altbewährte Klassiker!“. Die irischen Einflüsse der Band sind bereits am Bandnamen und an der Typo dessen zu erkennen. Und so verwundert es nicht weiter, dass die Band es sich auch zur Aufgabe gemacht hat, irische Folklore unter das Volk zu bringen um zusätzlich andere Genres mit einfließen zu lassen. Manchmal erinnern sie an die „Dropkick Murphys“ oder Bands wie „Mr. Irish Bastard“ und „Flogging Molly“, dann aber kommen wieder neue Elemente ins Spiel, die bei den eben aufgezählten Kapellen keine Rolle spielen. So kann man sagen, dass „Fiddler’s Green“ durchaus ihren eigenen Stil haben, der hervorragend beim Publikum ankommt und entsprechend für Stimmung sorgt. Auch mir haben sie großteils sehr gut gefallen, weshalb ich meine Akkreditierung ausgenutzt habe, um den Großteil des Konzertes dabei sein zu können. Vielen Dank noch einmal an dieser Stelle! Dabei sind natürlich viele tolle Fotos entstanden..:

zur Galerie!

.THE BUSINESS IN BIELEFELD! OI!

// In der Oi!-Szene gehört die in den 70er Jahren gegründete Londoner Band „The Business“ schon zu den bedeutenderen Kapellen. Dieses liegt sicher unter anderem an dem Album „Suburban Rebels“ von 1983, welches einen gewissen Kultstatus in der Szene besitzt und neben dem bekannten Titelsong unter anderem auch den Hit „Smash the Discos“ beinhaltet. Eben aufgrund dieser gewissen Szenebekanntheit war ich schon etwas verdutzt, als ich zufällig davon erfuhr, dass diese Band ein Konzert in meiner Heimatstadt geben sollte. Schließlich ist Bielefeld nicht gerade die Hochburg für Oi!-Konzerte.. Daher musste ein solches „Ereignis“ natürlich mitgenommen werden – schon alleine, um das Engagement für die Organisation dieses Konzertes zu würdigen. Leider sahen das am Montag, dem 28.10.2013 aber viele anders. So sind die gerade einmal 50 Besucher nichts anderes als erbärmlich! Dass es tatsächlich nur so wenige waren, hatte im Kern sicher zwei Gründe: 1. Wie schon angedeutet, wurde dieses Konzert praktisch nicht beworben, so dass mich (!) selbst Mitarbeiter im Movie nach Infos zu dieser Veranstaltung fragten, als ich um eine Foto-Akkreditierung bat. Ein paar winzige Facebook-Einträge (die auch ich eher zufällig wahrgenommen hatte), waren alles, was hierzu gab. Der 2. Grund für den schlechten Besuch hat wohl gewisse Unstimmigkeiten innerhalb der hiesigen Szenen als Ursache, auf welche ich aber auch nicht näher eingehen will, zumal mir dazu auch als Unbeteiligter diese Informationen im Detail gar nicht vorliegen. Aber nun gut – es ging ja eigentlich auch um Musik und Fotos: Die Akkreditierung für dieses Konzert war im Endeffekt kein Problem (danke dafür!) und so harrte ich mit „geladener Kamera“ der Dinge die da kamen. Und diese kamen zunächst einmal aus Hannover. Mit „Subculture Squad“  spielte eine sehr Hannover 96-affine Band ihren Deutschen „Oi!“ alter Schule. Das wusste durchaus zu gefallen, auch wenn die Songexte sicher auf ein feierwütigeres Publikum abgestimmt sind. Ich kann mir allerdings sehr gut vorstellen, dass man zu dieser Band sehr gut abgehen kann, wenn entsprechendes Publikum vorhanden ist. Der Auftritt hat mir jedenalls sehr gut gefallen, zumal ihnen für eine Vorgruppe auch eine ziemlich lange Spielzeit gewährt wurde. Als „The Business“ dann schließlich die Bühne betraten, war die Uhrzeit dementsprechend schon recht weit fortgeschritten. Da es nunmal ein Montag war und von Stimmung bei diesem Konzert keine Rede sein konnte, konzentrierte ich mich auf die Fotografie und die Musik an sich und verabschiedete mich dann schließlich bereits nach ca. einer halben Stunde. Fazit: Das Engagement derlei Konzerte in Bielefeld zu veranstalten ist sicher aller Ehren wert. Schade, wenn sie dann einerseits nicht stark genug beworden und andererseitts auch einfach ignoriert werden. Ich wage mal die Prognose, dass eine solche Veranstaltung vorerst eine gewisse Einzigartigkeit in unserer Stadt darstellen wird… leider!

zur Galerie!

.SERENGETI FESTIVAL 2013 – NACHBERICHT

// Das Serengeti Festival 2013 ist Geschichte. Die ersten Tickets für 2014 gehen bereits über die Ladentheke und einige Planungen laufen sicher auch schon. Während sich die Veranstalter aber bereits um nächstes Jahr Gedanken machen, bleiben mir noch die vielen tollen Fotos und Erinnerungen von 2013. Unter dem Strich darf man dem Veranstalter ein großes Kompliment machen: Dafür, dass sie es geschafft haben ein extrem attraktives Festival in Ostwestfalen zu etablieren, welches unterschiedliche Genres bedient und zudem auch ganz große Acts wie SEEED zu präsentieren. Einige Nörgeleien alá "früher war alles besser" mag ich dagegen gar nicht (mehr) hören. Das Serengeti ist nun mal kein klassisches Genre-Festival und das war es auch nie. Um das zu wissen, braucht man sich nur die Historie der Line-Ups anzuschauen. Wer ausschließlich "sein" Genre bedient wissen will, findet sicher andernorts bessere Gelegenheiten dazu. Wer hingegen ein bisschen flexibler ist und von guter Musik angesprochen wird, ist hier sicher nach wie vor goldrichtig! Das Veranstaltungsgelände hat im Gegensatz zu 2012 auch noch mal punkten können. Durch die Verlagerung des Zeltplatzes und die Neuasrichtung der Bühne(n) wirkt es nun viel entspannter und offener als im vergangenen Jahr. Außerdem ist der Weg zum Parkpatz (für Tagesparker wie mich) nur noch ein Katzensprung. Auch wenn es immer Dinge gibt, die man kritisieren kann, bleiben für mich fast nur positive Erinnerungen an dieses Juli-Wochenende. Ich freue mich sehr darüber, dass ich die Gelegenheit hatte hier zu fotografieren und wünsche mir, dass im kommenden Jahr zu wiederholen. Soviel zu meinen persönlichen Vorplanungen … jetzt werden erst einmal die besten Bilder ausgewertet, ausbelichtet und an die Wand gehängt. Apropops beste Bilder. Für mich sind das diese hier!

 

.SERENGETI FESTIVAL 2013 – TAG 4: SONNTAG

// ..und plötzlich war es Sonntag und der letzte Tag des Serengeti Festivals 2013 stand an. Heute sollte also der große Festivalheadliner die Senne beehren. Auserkoren war in diesem Jahr mit Seeed dann eine Band, die wohl derzeit ganz oben dabei ist bei dem heissesten Scheiss der Republik. Mit Bosse und Kettcar standen obendrein zwei „massenkompatible“ Acts im Line-Up, welche ein passendes Rahmenprogramm dafür bildeten, am heutigen Sonntag auch den größten Besucherstrom des Wochenendes an den Safaripark zu ziehen. An dieser Stelle will ich aber auch meinen Hut davor ziehen, dass es den Veranstaltern gelungen ist, ein so tolles Programm auf die Beine zu stellen. Für mich persönlich gehören diese drei Acts ebenfalls zu den Favoriten, weshalb der Sonntag natürlich allein deshalb schon ebenfalls wieder etwas Besonderes darstellte. Aufgrund der enormen Hitze und der Tatsache, dass die vergangenen Tage schon ein bisschen an den Kräften gezerrt hatten, sparten wir uns an diesem Tag dann auch alle anderen Konzerte und standen erst pünktlich zu Kettcar an der Bühne bzw. im Bühnengraben. Die pralle Sonne, die direkt auf die Bühne schien, machte es an diesem Tag nicht nur den Musikern schwer. So ist es schon eine kleine Herausforderung noch gute und interessante Fotos zu schießen, wenn schon die realen Verhältnisse für ein Ungleichgewicht in der Belichtung sorgen und praktisch jedes Gesicht per se überbelichtet ist, sofern man nicht auf die Tiefenwirkung größerer Blenden verzichten möchten. Auch wenn Frontmann Marcus Wiebusch sich eine Sonnenbrille aus dem Publikum leihen musste, blieb die Vorzeigeband des Hamburger „Grand Hotel van Cleef“ aber völlig cool und spielte ein munteres Set, was die Leute zum Tanzen und träumen brachte. Eben das, was man von Kettcar erwartet! Mehr als 45 Minuten waren aber leider nicht drin, weshalb es natürlich bei weitem nicht ausreichte die besten Kettcar-Lieder alle unterzubringen. Dennoch waren schlussendlich alle glücklich, da die großen Klassiker wie „Landungsbrücken raus“ und „Balu“ glücklicherweise integriert und entsprechend abgefeiert wurden. Ein paar Becher Wasser später bestieg bereits Axel Bosse mit seiner Band die Bühne. Hätte ich vom Braunschweiger ebenfalls eher einen ruhigen und relaxten Auftritt erwartet, staunte ich nicht schlecht, als meine Kamera und ich den Burschen plötzlich die die Zuschauermassen und quer über die Bühnenkonstruktion verfolgen mussten. War ich doch schon begeistert vom aktuellen Album „Kraniche“, so war ich heute erst recht begeistert, als ich mit ansehen und fotografieren durfte mit welcher Leidenschaft und Emotion der Niedersachse seine Songs zum Besten gab. Zum Ende des Konzerts war er gar dermaßen durchgeschwitzt, dass man meinen könnte, er hätte zwischenzeitlich eine Fahrt mit der Wildwasserbahn im benachbarten Freizeitpark absolviert. Völlig begeistert warteten wir anschließend also nun auf die großen Berliner und freuten uns direkt als die Bassboxen zitterten. Wie im letzten Jahr Deichkind, brachten auch Seeed ihre komplett eigene Bühnenkonstruktion mit, welche sie hinter einem Vorhang aufbauten. Die stufige Konstruktion im Holzlatten-Design erwies sich auch als angebracht, um wirklich alle Musiker der großen „Seeed-Familie“ auch sehen zu können. Da die meisten Besucher wohl vor allem wegen ihnen hier waren, ging nun auch ordentlich die Party ab und so ziemlich jeder – von der ersten Reihe bis hinten zum Autoscooter – ließ sich von der guten Laune Mischung aus Raggae, Dancehall, Soca, Hip Hip und co. anstecken. Die tiefstehende Abendsonne sorgte für tolles Licht und brachte eine ganz eigene Atmosphäre mit zu diesem Konzert. Da störte es mich dann letztendlich auch nicht, dass die Bühnenbeleuchtung nicht wahrgenommen und die Gesichter natürlich trotzdem noch zu hell waren. Viel mehr störte mich dagegen die Tatsache, dass wir Fotografen nach nur wenigen Sekunden Anwesenheit von der Rolli-Tribüne geschmissen wurden, da es sich hier nun eine Schar Kinder bequem gemacht hatte um besser sehen zu können. Letzteres war ja verständlich, nur frage ich mich, mit welcher Berechtigung wir dann nicht mehr dort sein durften. Nun ja, selbstverständlich konnte diese Nebensächlichkeit das grandiose Wochenende dann auch nicht trüben und so blieben rundum positive Eindrücke hängen, nachdem wir Seeed noch bis in die frühe Nacht gebührend abgefeiert hatten. Ich freu mich schon jetzt auf das nächste Jahr!

zur Galerie!

.SERENGETI FESTIVAL 2013 – TAG 3: SAMSTAG

// Am Samstag versprach das Line-Up schon im Vorfeld einiges: So sollten am Abend die Broilers die Bühnenbretter in ihrer ersten Headliner-Festivalshow betreten. Bevor ich meine Lieblingsband dann aber aus dem Graben heraus fotografieren durfte, gaben andere Kaliber ihr Stelldichein – und das war nicht von schlechten Eltern: Wir entschieden uns dafür, mit Skindred ein mögliches Highlight auszulassen und erst am Abend pünktlich zu Itchy Poopzkid anzureisen. Die Eislinger kennen viele vor allem von MTV. Hier gewannen Sie einen Band-Contest gegen die Band Madsen und moderierten fortan eine eigene Show auf dem Sender. Das ist mittlerweile allerdings schon 5 Jahre her. Heute sind sie mit ihrem fünften Album „Ports & Chords“ auf Tour und machten dabei auch Halt in der Senne. Die Punkrocker erinnern an üblichen amerikanischen „gute Laune Punk“ wie man ihn oft in amerikanischen Komödien findet, aber auch an die Donots aus dem Münsterland (mit ihnen haben sie ja immerhin auch schon zusammen getourt). Dazu gab es immer wieder Interaktionen mit dem Publikum, was unter dem Strich ein rundes Paket darstellte  und trotz praller Sonne in Bühnenrichtung zu bester Stimmung führte. Im Zelt stellten die Berliner Mega Mega mit ihrem Hipster Rap-Punk bereits den nächsten Act, bevor mit Danko Jones eine klasse Streetrock-Kappelle auf der Hauptbühne aufspielte und ordentlich ablieferte. Im Anschluss stand schließlich Daniel Wirtz als Act im Zelt auf dem Programm. Der ehemalige Frontmann der Band Sub7even kann mittlerweile eine stolze Fangemeinde vorweisen, die sich auch hier deutlich zu erkennen gab und seinem Konzert einen würdigen Rahmen gab. Beor die Headliner den Abend krönen konnten, folgte ein absolutes Highlight des Wochenendes: Irié Révoltes! Auch wenn ihre Texte meist französisch sind, stammen die neun Jungs aus dem Baden-Württembergischen Heidelberg. Mit Ihrer Mischung als Ska, Raggae, Punk, Dancehall und Hip Hop prägen sie einen eigenen Stil, den es in ähnlicher Form wohl nur selten gibt. Warum sie als „Live-Band“ gelten, bewiesen sie an diesem Samstag eindrucksvoll. Weder auf noch vor der Bühne war an Rumstehen und Kopfnicken zu denken. Stattdessen ging es an allen Fronten richtig zur Sache. Während mit T-Shirts gewedelt, gepogt und getanzt wurde, posaunten die sozial und gesellschaftlich engagierten Bandmitglieder Ihre teilweise politischen, kritischen und deutlichen Rhymes in den Senner Abendhimmel. Dass dabei kein Halten angesagt war, war klar. Insofern mussten die Düsseldorfer Punkrocker später am Abend dann einiges abliefern, um diese Show noch zu toppen. Bei dem Werdegang, den diese Band hinter sich hat, bestand daran aber überhaupt kein Zweifel. So ist es schon interessant mitzuerleben wie eine Band aus dem Skinhead-Milieu, die vor 10 Jahren noch keiner im Mainstream kannte, plötzlich eine der besten Livebands der Republik stellt. Daran, dass sie dazu fähig wären, bestand für mich als Fan  der (fast) ersten Stunde, eigentlich kein Zweifel. So war die Livepower der Band bereits bei meinem ersten Livekonzert dieser Band zu spüren. Das war Anno 2005 im Jugendzentrum „Regenbogen“ in Hameln. Damals versammelten sich vielleicht zwischen 50 und 100 Jugendliche, Punks, Skinheads und Sozialarbeiter in dem eigentlich nicht unbedingt für Livekonzerte gedachtem Jugendzentrum. Diese hatten aber genauso viel Spaß an diesem Aprilabend wie die Band selbst. Seit der Veröffentlichung des Albums „Vanitas“ im Jahre 2007 ging es steil bergauf mit der Band. Das einstige Hobby würde für die Bandmitglieder zur Berufung und sie waren alsbald im Mainstream angekommen. Ohne ihre Wurzeln zu vernachlässigen und auf irgendwelche Hypes aufzuspringen verfolgten sie konsequent ihren eigenen Stil, den sie bis heute prägen. Dass mittlerweile eben ein paar mehr Leute zu den Konzerten kommen als früher hat – wie immer – natürlich seine Licht und Schattenseiten. Nach den beiden ausverkauften Konzerten in der Düsseldorfer Philippshalle vergangenen Dezember, stellte dieser Abend nun also ein weiteres Highlight der Bandgeschichte dar: Die erste Broilers-Headlinershow auf einem Festival. Entsprechend motiviert ging ich meine Sache als Fotograf an und wurde mit tollen Motiven und Fotos belohnt, die die grandiose Stimmung dieses wunderbaren Tages vielleicht ein bisschen wiedergeben.

zur Galerie!

.SERENGETI FESTIVAL 2013 – TAG 2: FREITAG

// Zugegeben: Das reguläre Bühnenprogramm nach der Warm-Up Party am vergangenen Tag startete gemächlich ins Wochenende und das Line-Up des Tages konnte nicht auf Anhieb alle überzeugen. So verwunderte es nicht, dass an diesem Freitag nur sehr wenige Tagesgäste den Weg zum Gelände fanden. Die meisten Besucher durften somit wohl die Wochenendzeltgäste gestellt haben. Ich selbst traf beim Set von The Black Seeds auf dem Gelände ein und konnte so noch kurz in den Sound der Neuseeländer hineinhören. In den Bühnengraben ging es folglich an diesem Tag erstmals bei dem US-amerikanischen Rapper Watsky in das Zelt. Anschließend folgte „Gute-Laune-Musik“ der feinsten Sorte mit Karamelo Santo aus Argentinien. Ein heißer Mix aus Ska, Raggae, Punk, Hip Hop und Jazz wurde auf die Mainstage gezaubert, was die anwesenden zu Tanzeinlagen und Hüftschwüngen animierte. Nach einer Dreiviertelstunde Party, kamen nun die Freunde der härteren Gangart auf Ihre Kosten. Im Zelt machten sich Eskimo Callboy bereit die Bretter zu erobern. Eine beachtliche Fangemeinde feierte die aufstrebende Metalcore-Band ordentlich ab. Die „alten Hasen“ von Suicidal Tendencies stimmten derweil bereits ihre Instrumente auf der Hauptbühne. Die Hardcore-Legende aus den USA brachten ihren teils brachialen Sound für eineinhalb Stunden auf die Hauptbühne und ließen die Fangemeinde entsprechen toben! Hauptact des Abends waren aber  Skunk Anansie, welche wohl so ziemlich jeder Musikfreund vor allem wegen Ihres größten Hits „Hedonism“ kennen dürfte. Entgegen der landläufigen Meinung („one-hit-wonder“) konnte die Band mich an diesem Abend mit ihrem Live-Auftritt absolut überzeugen. Die stimmgewaltige Frontfrau „Skin“ fegte über die Bühne, dass es eine Freude war. Ihre Leidenschaft für die Musik und die ihre Texte waren förmlich greifbar, weshalb auch eher skeptische Zuschauer Gefallen an dem Set fanden und die Briten entsprechend abfeierten. Dass diese Auftritt natürlich auch für mich aus fotografischer Sicht der Höhepunkt des Tages sein sollte, versteht sich somit von selbst! Aber urteilt selbst beim Durchklicken durch die Galerie:

zur Galerie!

.SERENGETI FESTIVAL 2013 – TAG 1: WARM UP PARTY (DONNERSTAG)

// Das Serengeti Festival 2013 im ostwestfälischen Schloß Holte-Stukenbrock startete am Donnerstag den 18.07. mit einer Warm-Up Party im neuen (Zirkus)zelt auf dem Festivalgelände. Das bislang größte Serengeti Festival seiner Geschichte begann mit Auftritten von unter anderem: The Mahones, MC Fitti und den Kult-Ruhrpott-Punkern die Kassierer! Die überschaubare Anzahl Fans, die es sich bereits auf dem Campingplatz gemütlich gemacht hatten, war bereits in bester Partylaune und feierten vor allem MC Fitti und die Kassierer eksatisch ab, bevor es dann zum zwischenzeitlichen Ausnüchtern zurück in die Zelte ging … schließlich galt es am Freitag wieder fit zu sein für die nächste Party!

zur Galerie!

.SERENGETI FESTIVAL 2013 VORBERICHT

// Das „Serengeti Festival“ hat sich vom kleinen Versuch auch in OWL mal ein richtiges Festival zu auf die Beine zu stellen, in den letzten Jahren zu einem Garant unter den deutschen Festivals entwickelt. Als 2006 das erste „Serengeti Festival“ in Schloß Holte Stukenbrock startete, konnten mit „Dog eat Dog“ und den „H-Blockx“ zwar bereits bekannte Gruppen an den Teuto geholt werden; so richtig groß wurde es dann aber erst mit dem Umzug 2011. Während das Festival bis 2010 an einer Fläche hinter dem Hallenbad über die Bühne ging und es leider keinen zeltplatz o.ä. gab (bekannte Gäste bis dahin u.a.: H-Blockx, Dog eat Dog, Juli, The BossHoss, MIA., Tito & Tarantula, Revolverheld, Volbeat, Bloodhound Gang, Donots, Subway to Sally, Flogging Molly, In Extremo, Bad Religion, Kraftclub, Deichkund, Maximo Parrk, Madsen und viele Mehr), musste mehr Raum gefunden werden. Allein schon aufgrund des Namens bot sich natürlich ein Umzug zum „Safari-Park“ förmlich an. Erstmals konnte so ein eigener Zeltplatz zur Verfügung gestellt werden. Die Entwicklung der letzten jahre ging steil bergauf. So kamen 2011 noch rund 15.000 Besucher, während 2012 – das erste Jahr nun mit 2 Bühnen und drei Tage Programm -wohl um die 29.000 Musikbegeisterte in Schloß Holte-Stukenbrock feierten. In diesem Jahr versprechen die Veranstalter allerdings noch einmal eins drauf zu setzen. So gibt es neben den drei Tagen Programm nun auch eine sehr attraktive „warm-up“-Party und neben den „normalen“ Hauptacts auch ein Set wo u.a. Fritz Kalkbrenner auflegt. Obwohl ich großer Musikliebhaber und Fan von vielen Bands bin, die bislang dort waren, hat es mich im letzten Jahr zum ersten Mal zum „Heim-Festival“ verschlagen. Die Karten für dieses Jahr sind längst gesichert, denn auch 2013 haben sich die Veranstalter nicht lumpen lassen. Spielen doch alleine schon mit Kettcar, den Broilers und Seeed drei absolute Live-Granaten und drei meiner Lieblingsbands auf! Freut Euch schon auf den Bericht mit hoffentlich vielen Fotos, des wohl bislang größten Serengeti Festivals! Aber noch wichtiger: Greift zu, so lange es noch Karten gibt und feiert mit auf der wohl derzeit größten Party in ganz OWL!
________

19. – 21. Juli 2013 in Schloss Holte-Stukenbrock www.serengeti-festival.de

Präsentiert von: Visions, Festivalplaner, MusiX, Eins Live
Veranstalter: Vibra Agency

3 TAGE + 2 BÜHNEN + knapp 50 Live-Acts

_________

Line-Up 2013:
All Day Long: SEEED, BROILERS, SKUNK ANANSIE, BOSSE, DANKO JONES, SUICIDAL TENDENCIES, SKINDRED, KETTCAR, IRIE RÉVOLTÉS, TRIGGERFINGER, DISCO ENSEMBLE, DIE ORSONS, ITCHY POOPZKID, DOPE D.O.D., ACTION BRONSON, THE BLACK SEEDS, WIRTZ, FUNERAL FOR A FRIEND, BALKAN BEAT BOX, ADEPT, HOFFMAESTRO, MONTREAL, GROSSSTADTGEFLÜSTER, KARAMELO SANTO, ESKIMO CALLBOY, MONSTERS OF LIEDERMACHING, STRIKE ANYWHERE, SOLILLAQUISTS OF SOUND, GASMAC GILMORE, MEGA! MEGA!, TEMPLETON PEK, DIRK SIEDHOFF & FRIENDS

_________

Artikelbild: Aus dem Pressefundus von www.serengeti-festival.de

 

.DER CARNIVAL 2013 HEIZT BIELEFELD EIN

// Am 1. Juni war es wieder soweit: Der 17. „Carnival der Kulturen“ zog durch Bielefeld. Leider spielte das Wetter an diesem Samstag nicht ganz so gut mit wie in den vergangenen Jahren. Man kann sicherlich nicht abstreiten, dass dieser trübe und teilweise auch leicht verregnete Samstag ein bisschen die Stimmung unter den Besuchern getrübt hat. Dennoch waren es wohl 80.000, die das bunte Treiben und die heißen Sambarythmen gefeiert haben. Das diesjährige Motto lautete „799 Jahre. Die Stadt am Teuto. Waldgeflüster – Wood Whispering“, welches auch von einigen Gruppen aufgegriffen und kreativ umgesetzt wurde. Aber es ging nicht nur wild und bunt zu, sondern es gab auch ernste Themen. So zum Beispiel bei Amnesty International oder der Jugendorganisation von Greenpeace. Aber seht selbst…

zur Galerie!

.KONTAKT